Streichquintett
Streichquartett mit zusätzlicher Viola oder Cello.
Was es bedeutet
Ein Streichquintett ist ein Werk für fünf Streichinstrumente. Zwei Besetzungen sind gebräuchlich: das Quartett mit einer zweiten Viola und das Quartett mit einem zweiten Violoncello. Seltener tritt ein Kontrabass hinzu. Die Wahl ist keine Nebensache — sie entscheidet darüber, ob der Klang in der Mittellage voller wird oder ob das Fundament verstärkt wird, und Komponisten treffen sie bewusst.
Musikalische Verwendung
Mit der zweiten Viola gewinnt der Satz eine dichte, warme Mittellage; die Oberstimme kann sich darüber frei entfalten, und innere Stimmen lassen sich reicher führen. Mit einem zweiten Violoncello verschiebt sich das Gewicht nach unten: Ein Cello kann als Bass wirken, während das andere melodisch hervortritt, sodass Tenorlinien möglich werden. In beiden Fällen erlaubt die fünfte Stimme, die Gruppe zu teilen und zwei Klanggruppen gegeneinanderzusetzen. Nicht zu verwechseln ist das Streichquintett mit dem Klavierquintett, in dem ein Klavier zum Quartett tritt.
Spielpraxis
Kläre zuerst die Rollenverteilung, besonders bei zwei gleichen Instrumenten: Wer führt an welcher Stelle, wer stützt. Passe Artikulation, Vibrato und Klangfarbe der beiden gleichartigen Stimmen aneinander an, sonst fällt der Satz auseinander. Achte auf Balance, weil die verstärkte Mittel- oder Basslage den Klang leicht dicht macht. Probe in Teilgruppen, etwa das Quartett ohne die fünfte Stimme und umgekehrt. Sitze so, dass alle einander hören und sehen.
die beiden gebräuchlichen Besetzungen verschiedene Aufgaben stellen: Mit zwei Violen liegt die Schwierigkeit in der Durchhörbarkeit der dichten Mittellage, mit zwei Violoncelli in der Klärung, welches Instrument Bass und welches Melodie führt. Kläre das für jeden Abschnitt. Bei Mozart überwiegt die Besetzung mit zwei Violen, bei Boccherini oft mit zwei Violoncelli. Brahms schrieb zwei Streichquintette mit zwei Violen, op. 88 und op. 111. Sitze so, dass alle einander hören. Prüfe, welche Besetzung die Partitur verlangt, weil Ausgaben gelegentlich Bearbeitungen für die jeweils andere Form anbieten.