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Vokal

Kantillation

Halb gesungener, halb gesprochener liturgischer Vortrag heiliger Texte, etwa in Synagoge oder Kirche.

Was es bedeutet

Kantillation bezeichnet den halb gesungenen, halb gesprochenen Vortrag heiliger Texte in der Liturgie, etwa in der Synagoge oder in christlichen Kirchen. Der Text wird dabei nicht frei rezitiert, sondern folgt festen melodischen Formeln, die dem Sinn und der Struktur des Textes entsprechen.

Musikalische Verwendung

In der jüdischen Tradition ist die Kantillation der Tora eng mit den sogenannten Teamim verbunden, Akzentzeichen im hebräischen Text, die sowohl grammatische Betonung als auch die zugehörige melodische Wendung festlegen. Ähnliche Prinzipien finden sich im gregorianischen Gesang, wo liturgische Texte wie Lesungen oder Gebete in ähnlicher Weise halb singend, halb sprechend vorgetragen werden. Die Kantillation dient dazu, heilige Texte auf besonders feierliche, aber textverständliche Weise hörbar zu machen.

Abzugrenzen ist die Kantillation vom eigentlichen Gesang mit frei komponierter Melodie, da sie enger an feste, überlieferte Formeln gebunden ist, und vom bloßen Sprechen, da sie deutlich melodische Elemente enthält. Sie steht damit zwischen beiden Ausdrucksformen.

Spielpraxis

Achte bei der Kantillation auf den natürlichen Sprachrhythmus des Textes, dem sich die melodischen Formeln unterordnen. Übe die Formeln zunächst getrennt vom Text, bevor du sie mit den entsprechenden Textstellen verbindest, um Betonung und Melodie sicher zusammenzuführen.