Gregorianischer Gesang
Einstimmiger lateinischer Liturgiegesang der römischen Kirche.
Was es bedeutet
Der Gregorianische Gesang, auch Gregorianischer Choral, ist der einstimmige, unbegleitete lateinische Liturgiegesang der römischen Kirche. Er wird nach Papst Gregor I. benannt, dem die Sammlung und Ordnung des Repertoires legendär zugeschrieben wurde. Tatsächlich entstand der Gesang in einem längeren Prozess und wurde im 8. und 9. Jahrhundert im Frankenreich aufgezeichnet und vereinheitlicht.
Musikalische Verwendung
Gregorianische Melodien sind frei fließend und ohne feste Taktordnung; der Rhythmus folgt dem lateinischen Text. Sie beruhen auf den acht Kirchentonarten und werden in Neumen aufgeschrieben, einer frühen Notenschrift, aus der sich später die Notenlinien und die heutige Notation entwickelten. Der Gesang umfasst Messgesänge wie Introitus, Graduale und Alleluja sowie die Gesänge des Stundengebets. Im 19. Jahrhundert wurde er besonders durch die Benediktiner von Solesmes wiederbelebt.
Abzugrenzen ist der Gregorianische Gesang von der Mehrstimmigkeit, die sich später aus ihm entwickelte, und von anderen Traditionen wie dem ambrosianischen, mozarabischen oder altrömischen Gesang, die eigene Repertoires besitzen. Auch vom evangelischen Choral, dem Gemeindegesang in Landessprache, ist er zu trennen.
Spielpraxis
Singe gregorianische Melodien mit ruhigem, gleichmäßigem Atem und ohne starkes Vibrato, und lass dich vom Text und seinen natürlichen Betonungen leiten. Höre auf die Linie der Melodie und vermeide harte Akzente, damit der fließende Charakter erhalten bleibt.