Kapelle
Historisch ein Sänger- oder Instrumentalensemble an Kirchen und Fürstenhöfen; Ursprung des Begriffs „Kapellmeister“.
Was es bedeutet
Kapelle bezeichnete historisch ein Sänger- oder Instrumentalensemble, das an einer Kirche oder einem Fürstenhof fest angestellt war. Aus dem Wort für die kleine Kirche oder Hauskapelle, in der die Musiker ursprünglich wirkten, wurde der Name für das gesamte Ensemble selbst.
Musikalische Verwendung
Fürstliche und kirchliche Kapellen waren vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert die wichtigsten Institutionen für professionelles Musizieren und beschäftigten Komponisten, Sänger und Instrumentalisten fest. Johann Sebastian Bach etwa wirkte als Hofkapellmeister in Köthen, Joseph Haydn jahrzehntelang als Kapellmeister der fürstlichen Esterházy-Kapelle. Aus dieser Institution leitet sich der Titel „Kapellmeister“ ab, der die leitende musikalische Person einer solchen Kapelle bezeichnete und später zum allgemeinen Begriff für Dirigenten wurde.
Abzugrenzen ist die historische Kapelle vom heutigen Orchester als freier, oft öffentlich finanzierter Institution, sowie von kleineren Ensembles wie Blaskapellen oder Tanzkapellen, die den Begriff im übertragenen, volkstümlichen Sinn weiterführen, aber keine höfische oder kirchliche Anstellung meinen.
Spielpraxis
Wenn du historische Quellen zu Komponisten liest, achte auf Begriffe wie Hofkapelle oder Kapellmeister, die auf die feste Anstellung an einem Fürstenhof oder einer Kirche verweisen. Dies hilft dir, die gesellschaftliche Stellung eines Komponisten und die Auftraggeber seiner Werke besser einzuordnen.