Klaviatur
Anordnung der Tasten am Tasteninstrument.
Was es bedeutet
Die Klaviatur ist die Anordnung der Tasten, über die ein Tasteninstrument gespielt wird. Sie besteht aus einer durchgehenden Reihe breiter Untertasten für die Stammtöne C, D, E, F, G, A und H sowie aus erhöhten, schmaleren Obertasten, die in Zweier- und Dreiergruppen dazwischenliegen und die chromatischen Töne liefern. Diese Gruppierung ist die Orientierungshilfe für die Hand: Am Bild der zwei und drei schwarzen Tasten lässt sich jede Lage ertasten, ohne hinzusehen. Eine Oktave umfasst zwölf Tasten, sieben untere und fünf obere.
Musikalische Verwendung
Die Klaviatur prägt, wie über Musik gedacht wird. Auf ihr sind alle Töne gleich erreichbar, Mehrstimmigkeit ist unmittelbar darstellbar, und Tonhöhen liegen räumlich geordnet vor — deshalb dient sie seit Jahrhunderten als Werkzeug für Komposition, Harmonielehre und Gehörbildung, auch für Musiker, die kein Tasteninstrument als Hauptfach spielen. Zugleich ist sie kein neutrales Abbild: Die ungleiche Verteilung der Tasten macht manche Tonarten bequemer als andere und prägt die Griffigkeit bestimmter Akkorde. Orgel und Cembalo besitzen oft mehrere Klaviaturen übereinander, sogenannte Manuale, dazu die Pedalklaviatur für die Füße.
Spielpraxis
Lerne die Orientierung über die Gruppen der Obertasten, nicht über das Zählen von Tasten; der Blick gehört in die Noten, nicht auf die Hände. Halte die Hand gewölbt, mit den Fingerkuppen auf den Untertasten und genügend Raum, um die Obertasten ohne Verrenkung zu erreichen. Übe Tonleitern und Akkorde in allen Tonarten, damit die unterschiedliche Griffigkeit vertraut wird. Achte auf die Sitzhöhe: Unterarme etwa waagerecht, Handgelenke frei. An Instrumenten mit mehreren Manualen prüfe vor dem Spielen die Höhe und den Abstand der Klaviaturen und plane Manualwechsel als Bewegung mit.
Klaviaturen unterschiedlich gebaut sind: Tastentiefe, Breite und Widerstand weichen zwischen Cembalo, historischem Hammerflügel, modernem Klavier und Orgel erheblich ab. Wer wechselt, braucht Zeit zur Umstellung und sollte Fingersätze prüfen. Achte auf die Sitzhöhe, weil sie Handstellung und Armgewicht bestimmt, und stelle sie an fremden Instrumenten vor dem ersten Spielen ein.