Tasteninstrument
Instrument mit Klaviatur.
Was es bedeutet
Tasteninstrumente werden über eine Klaviatur gespielt, also über eine Reihe von Tasten, die jeweils einen bestimmten Ton auslösen. Wie der Ton erzeugt wird, ist dabei ganz verschieden: Beim Klavier schlagen Hämmer gegen Saiten, beim Cembalo werden sie gezupft, beim Klavichord von einer Tangente berührt, bei der Orgel öffnen die Tasten Ventile zu Pfeifen, beim Harmonium zu durchschlagenden Zungen. Elektronische Instrumente übernehmen die Klaviatur als Bedienoberfläche für ganz andere Klangerzeugung. Gemeinsam ist allen nur die Bedienung.
Musikalische Verwendung
Aus der Klaviatur folgt eine besondere musikalische Möglichkeit: Mehrstimmigkeit ist unmittelbar darstellbar, ein Spieler kann Melodie, Bass und Mittelstimmen zugleich ausführen. Deshalb sind Tasteninstrumente seit Jahrhunderten das Werkzeug für Komposition, Harmonielehre und Probenarbeit und tragen ein riesiges Repertoire. Die Unterschiede zwischen ihnen sind jedoch musikalisch entscheidend: Ein Instrument mit Anschlagsdynamik verlangt eine andere Satzweise als eines ohne, und ein Instrument mit endlos haltbarem Ton eine andere als eines mit natürlichem Abklingen. Wer Musik für Cembalo auf dem Flügel spielt, muss diese Differenz bewusst übersetzen.
Spielpraxis
Stelle Sitzhöhe und Abstand so ein, dass die Unterarme etwa waagerecht liegen und die Schultern frei bleiben. Orientiere dich am Tastenbild der Zweier- und Dreiergruppen, statt auf die Hände zu sehen. Passe den Anschlag dem Instrument an: Was am modernen Flügel Fülle ergibt, erzeugt am historischen Instrument Härte. An Instrumenten mit mehreren Manualen plane Wechsel als Bewegung mit. Achte bei allen Tasteninstrumenten auf gleichmäßige Raumtemperatur und Luftfeuchte und lass sie regelmäßig warten, da Mechanik und Stimmung empfindlich reagieren.
die Übertragung eines Werkes auf ein anderes Tasteninstrument bewusste Entscheidungen verlangt: Was am Cembalo durch Artikulation gestaltet wird, muss am Flügel anders gelöst werden, und umgekehrt ersetzt Pedalgebrauch keine Stimmführung. Prüfe, für welches Instrument ein Stück gedacht ist, und überlege, welche Mittel dir zur Verfügung stehen. Bei historischen Instrumenten ist die Stimmung häufig ungleichstufig, was die Tonartcharaktere hörbar macht. Plane an fremden Instrumenten Zeit zum Kennenlernen ein.