Klezmer
Instrumentale Festmusik der osteuropäischen Juden, geprägt von Klarinette und Violine.
Was es bedeutet
Klezmer ist eine instrumentale Festmusik der aschkenasischen, osteuropäischen Juden. Sie wurde traditionell von Berufsmusikern, den Klezmorim, bei Hochzeiten und anderen Feiern gespielt und ist klanglich besonders von der Klarinette und der Violine geprägt, die ausdrucksstarke, oft klagend-jubelnde Melodielinien übernehmen.
Musikalische Verwendung
Musikalisch verbindet der Klezmer Elemente jüdischer liturgischer Melodik mit Einflüssen der Volksmusik osteuropäischer Nachbarregionen, etwa rumänischer und ukrainischer Tänze. Typisch sind ausgeprägte Verzierungen, Glissandi und ein charakteristisches Wechselspiel zwischen ausgelassener Freude und wehmütiger Klage, oft innerhalb desselben Stückes. Nach der Emigration vieler jüdischer Musiker in die USA verband sich der Klezmer dort auch mit Jazzelementen und erlebte seit den 1970er Jahren eine internationale Wiederbelebung.
Abzugrenzen ist der Klezmer von der jüdischen liturgischen Musik der Synagoge, die einen anderen, gottesdienstlichen Kontext hat, sowie von allgemeiner osteuropäischer Volksmusik, mit der er zwar Elemente teilt, sich aber durch seine spezifisch jüdische Tradition und Funktion unterscheidet.
Spielpraxis
Höre beim Klezmer besonders auf die expressive Spielweise der Klarinette, die mit Glissandi und Vierteltönen menschliche Stimmen, Lachen oder Weinen nachahmt. Wenn du selbst Klezmer spielst, übe diese Verzierungen gezielt, da sie zum Ausdruckscharakter des Stils gehören und nicht nur schmückendes Beiwerk sind.