Kolophonium
Harz, mit dem die Bogenhaare eingerieben werden.
Was es bedeutet
Kolophonium ist gehärtetes, aus Baumharz gewonnenes Harz, mit dem die Haare des Streicherbogens eingerieben werden. Erst die dadurch entstehende Reibung erlaubt es dem Bogen, die Saite periodisch zu fassen und wieder loszulassen, wodurch die Saite überhaupt zum Klingen gebracht wird.
Musikalische Verwendung
Ohne Kolophonium gleitet der Bogen fast tonlos über die Saite; das Harz erhöht die Haftreibung zwischen Pferdehaar und Saite so weit, dass der Stick-Slip-Effekt entsteht, der den charakteristischen gestrichenen Ton erzeugt. Es gibt hellere und dunklere Kolophoniumsorten, die sich in Härte und Klebrigkeit unterscheiden; tiefere Streichinstrumente wie Kontrabass oder Cello verwenden meist weicheres, dunkleres Harz, hohe Instrumente wie Violine eher härteres, helleres.
Spielpraxis
Reibe den Bogen vor dem Spiel regelmäßig, aber sparsam mit Kolophonium ein — zu viel erzeugt einen kratzigen, staubigen Ton und Rückstände auf der Decke des Instruments. Wische überschüssiges Kolophonium nach dem Spiel von Saiten und Instrumentendecke ab, da es sich sonst festsetzt.