Bogen
Stab mit gespannten Rosshaaren zum Anstreichen.
Was es bedeutet
Der Bogen ist das Werkzeug, mit dem Streichinstrumente zum Klingen gebracht werden: ein leicht gebogener Holzstab, über dessen Länge ein Bündel Rosshaare gespannt ist. Beim Streichen über die Saite versetzen die mit Kolophonium eingeriebenen Haare die Saite in eine sägezahnartige Schwingung, die den charakteristischen Streicherklang erzeugt.
Der moderne Bogen geht auf François Tourte zurück, der Ende des 18. Jahrhunderts die heute übliche Form mit nach innen gebogener Stange, verstellbarem Frosch und gleichmäßiger Haarspannung entwickelte. Ältere Barockbögen waren leichter, stärker nach außen gewölbt und erlaubten einen anderen, eher artikulierten Klang.
Musikalische Verwendung
Am Frosch, dem hinteren Ende, hält die rechte Hand den Bogen und steuert über Druck, Geschwindigkeit und Kontaktpunkt zur Saite Lautstärke und Klangfarbe. Der Bogenwechsel zwischen Auf- und Abstrich soll möglichst unhörbar gelingen, damit Phrasen durchgängig klingen.
Abzugrenzen ist das Streichen mit dem Bogen (arco) vom Zupfen mit den Fingern (pizzicato); beide Techniken wechseln oft innerhalb eines Stücks. Col legno, das Anschlagen der Saite mit der Bogenstange statt der Haare, ist eine seltene Sonderspielweise mit perkussivem Klang.
Spielpraxis
Achte auf eine lockere, aber kontrollierte Bogenhaltung: Zu viel Druck erzeugt einen gepressten, kratzigen Ton, zu wenig lässt die Saite nicht ansprechen. Übe lange, gleichmäßige Striche mit konstanter Geschwindigkeit, bevor du dich an Bogenwechsel und Strichwechsel in schnellem Tempo wagst.