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Streicher

Col legno

„Mit dem Holz“ – die Saite wird mit der Bogenstange angeschlagen oder gestrichen.

Was es bedeutet

Col legno, italienisch „mit dem Holz“, ist eine Spielanweisung für Streichinstrumente: Statt mit den Rosshaaren des Bogens wird die Saite mit der hölzernen Bogenstange bearbeitet. Der Klang verliert dadurch fast völlig seinen gewohnten singenden Charakter und wird trocken, hell und perkussiv.

Im Notenbild

In der Partitur steht col legno als Wortanweisung über der betreffenden Stelle, oft mit dem Zusatz battuto (geschlagen) oder tratto (gestrichen), um die genaue Ausführung festzulegen. Am Ende des Abschnitts folgt üblicherweise die Anweisung arco oder ordinario, die zum normalen Bogenstrich zurückführt.

Musikalische Verwendung

Man unterscheidet col legno battuto, bei dem die Bogenstange die Saite schlägt und einen klopfenden, geräuschhaften Ton erzeugt, von col legno tratto, bei dem die Stange über die Saite gezogen wird und ein leiser, huschender Klang entsteht. Die Technik wird meist sparsam und für besondere klangfarbliche Effekte eingesetzt, etwa für unheimliche, skelettartige oder groteske Wirkungen.

Berühmt ist der Einsatz von col legno battuto im Satz Songe d'une nuit du sabbat aus Hector Berlioz' Symphonie fantastique, wo die Technik klappernde Knochen andeuten soll. Abzugrenzen ist col legno vom Pizzicato, bei dem die Saite mit dem Finger gezupft wird, und vom Sul ponticello, das nur die Bogenführung nahe am Steg, aber weiterhin mit den Haaren, betrifft.

Spielpraxis

Wenn du col legno battuto spielst, führe die Bogenstange locker und kontrolliert aus dem Handgelenk, um die empfindliche Stange nicht zu beschädigen; viele Streicherinnen und Streicher nutzen dafür lieber einen älteren Ersatzbogen. Achte auf gleichmäßigen Anschlagswinkel, damit der perkussive Klang klar und nicht scheppernd bleibt.