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Streicher

Pizzicato

Pizzicato (italienisch „gezupft“) ist eine Spielanweisung für Streichinstrumente: Die Saiten werden mit den Fingern gezupft statt mit dem Bogen gestrichen. Im Notenbild steht meist die Abkürzung „pizz.“. Sie gilt, bis „arco“ zum Bogenspiel zurückführt.

Bedeutung
Saiten mit den Fingern zupfen statt mit dem Bogen streichen
Zeichen
„pizz.“ im Notentext, meist am Anfang der gezupften Stelle
Aufgehoben durch
arco
Gilt für
Streichinstrumente

Zupfen statt streichen

Streichinstrumente erzeugen ihren Ton normalerweise mit dem Bogen. „Pizz.“ verlangt etwas anderes: Die Saite wird mit der Fingerkuppe gezupft, in der Regel mit der rechten Hand, die sonst den Bogen führt. Der Ton setzt dann mit einem Anschlag ein und verklingt, statt gehalten zu werden. Er ist kurz und klingt deutlich anders als ein gestrichener Ton. Meist gibt es dafür kein eigenes Zeichen: Die Noten sehen aus wie sonst, nur das Wort verrät die Spielweise.

Erst gezupft, dann mit dem Bogen

4 4 pizz. arco

Eigenes Beispiel für eine Bassstimme: Die ersten acht Viertel stehen unter „pizz.“, die ganze Note am Ende unter „arco“. Beim Abspielen klingen beide Teile gleich, denn der Computer kennt den Unterschied zwischen Zupfen und Streichen hier nicht. Im Notenbild trennt allein das Wort die beiden Spielweisen.

Wo es im Notenbild steht

Die Anweisung steht am Anfang der gezupften Stelle und gilt, bis ein „arco“ (oder „coll’arco“) zum Bogen zurückführt. Das zeigen die drei Blätter aus dem Archiv:

Gesang und Klavier

Orchester

Im Auszug aus „Serse“ steht beides im selben Blatt: „pizzicato unisono“ am Auftakt, „(arco)“ in Takt 13. In den Partituren von Beethoven und Dvořák steht „pizz.“ unter oder über der Zeile der jeweiligen Stimme, im Orchester also nur bei den Streichern, die es betrifft.

Abgrenzung

Pizzicato ist keine Artikulationsangabe wie Staccato. Staccato bedeutet, dass ein Ton kurz gespielt wird, und kann mit dem Bogen, auf dem Klavier und auf anderen Instrumenten gespielt werden. Beim Pizzicato ändert sich dagegen die Art, den Ton zu erzeugen. Ebenfalls etwas anderes ist „col legno“: Dort wird der Bogen weiter benutzt, aber mit dem Holz statt mit den Haaren. Beim Pizzicato wird der Bogen nicht benutzt.

Daneben gibt es Sonderformen: Das Pizzicato der linken Hand bezeichnet man mit einem kleinen Kreuz über der Note.

Zum Üben: Wenn du ein Streichinstrument spielst: Spiele eine leere Saite einmal mit dem Bogen und einmal gezupft. Höre, wie viel schneller der gezupfte Ton verklingt. Üben kannst du auch den Wechsel: Zupfe ein paar Töne, nimm den Bogen und lege ihn ohne Pause wieder auf. Im Orchester bleibt dafür oft nur wenig Zeit.

Häufige Fehler

  • Das Ende übersehen: „pizz.“ gilt, bis „arco“ oder „coll’arco“ kommt. Wer nur auf die Noten schaut, spielt womöglich zu lange gezupft.
  • Pizzicato mit Staccato gleichsetzen: Ein gezupfter Ton klingt von selbst kurz, ein Staccato-Punkt aber sagt etwas über die Länge, nicht über die Spielweise.
  • Linke und rechte Hand verwechseln: Ohne Zusatz zupft man mit der rechten Hand; das kleine Kreuz über der Note fordert die linke.