Staccato
Staccato (italienisch „abgetrennt“) ist eine Spielanweisung: Die Note wird kurz und losgelöst gespielt, etwa halb so lang wie notiert. Das Zeichen ist ein Punkt über oder unter dem Notenkopf. Das Gegenstück ist Legato, bei dem die Töne gebunden fließen.
- Zeichen
- Punkt über oder unter dem Notenkopf
- Dauer
- etwa halb so lang wie notiert
- Auch als Wort
- „stacc.“, „sempre staccato“
- Gegenstück
- Legato
Kurz und abgetrennt
Auf der Seite Notations-Symbole steht: Staccato ist ein Punkt über oder unter dem Notenkopf. Die Note wird kurz und losgelöst gespielt, etwa halb so lang wie notiert. Das Wort stammt aus dem Italienischen und heißt „abgetrennt“. Im klassischen Stil steht es laut Seite häufig bei tänzerischen oder humorvollen Passagen und ist bei Mozart, Haydn und Beethoven essenziell für den richtigen Charakter.
| Instrument | So entsteht Staccato |
|---|---|
| Klavier | Die Finger werden früher von der Taste gehoben. |
| Streicher | Kürzerer, prägnanter Bogenstrich. |
| Bläser | Zungenstoß mit schneller Unterbrechung des Luftstroms. |
Staccato verkürzt, ohne die Note aus dem Rhythmus zu schieben: Der Beginn bleibt auf der Zählzeit, nur das Ende kommt früher. Die Dauer verändert sich nicht in der Notation, sondern in der Ausführung.
Staccato und Legato
Die Seite Notations-Symbole nennt das Legato (Bindebogen) das Pendant zum Staccato: Die Noten unter einem Bogen werden gebunden und fließend gespielt, ohne hörbare Unterbrechung. Beide Zeichen gehören zur Artikulation, dem „Wie“ des Spiels. Siehe auch Legato und Akzent.
Staccato im Notenbild
Drei Blätter aus dem Archiv zeigen es: Bei Grieg als „sempre staccato“ in der Marschfigur, bei Schubert in beiden Händen gleichzeitig gegensätzlich und bei Czerny als Punkte auf einzelnen Achteln.
Klavier
-
In der Halle des Bergkönigs Edvard Grieg, op. 46 Nr. 4 · Klavier · aus der Peer-Gynt-Suite Nr. 1
Zwei Kreuze (D-Dur/h-Moll-Vorzeichnung), 4/4-Takt, „Alla marcia molto marcato“ mit ♩ = 138. Zu Beginn der Achtelfigur steht „e sempre staccato“, die Achtel tragen Staccato-Punkte, einzelne dazu Akzente.
-
Achttaktige Übung Nr. 4 Carl Czerny, op. 821 Nr. 4 · Klavier · 1 Seite
„Vivace“, 6/8-Takt. In Takt 3 stehen Staccato-Punkte auf den Achteln der rechten Hand, in Takt 4 ein Akzent unter dem Akkord.
Gesang und Klavier
-
Gretchen am Spinnrade Franz Schubert · Gesang und Klavier, mit Akkorden für Gitarre
6/8-Takt, ein b in der Vorzeichnung, „Nicht zu geschwind“. Die linke Hand trägt „sempre staccato“ mit Punkten auf den Achteln, die rechte darüber „sempre legato“ mit pp.
Bei Schubert stehen Staccato und Legato in derselben Zeile, die linke Hand kurz, die rechte gebunden. Das zeigt, dass es sich um zwei Spielweisen handelt, die man gleichzeitig beherrschen muss.
Häufige Fehler
- Staccato zu kurz spielen: Gemeint ist etwa die halbe Länge, nicht ein bloßes Antippen. Noch kürzer wäre Staccatissimo.
- Das Tempo verlieren: Die Pausen zwischen den Tönen verleiten dazu, schneller zu werden. Der Beginn jeder Note bleibt auf der Zählzeit.
- Staccato und Akzent verwechseln: Der Punkt verkürzt, der Akzent betont.
Weiter auf Maikstrings
Verwandte Begriffe
LegatoMarcatoAkzentTenutoArtikulationStaccatissimoPortatoGebundenDynamik
Redaktion: Maik Krohm · fachlich geprüft am 03.10.2026
← Zurück zum Glossar