Kontrabassklarinette
Tiefste Klarinettenart.
Was es bedeutet
Die Kontrabassklarinette ist das tiefste gebräuchliche Mitglied der Klarinettenfamilie. Sie steht in B und klingt zwei Oktaven und einen Ganzton tiefer als notiert, also eine Oktave unter der Bassklarinette. Das lange Rohr wird mehrfach gefaltet oder in großen Bögen geführt, damit das Instrument spielbar bleibt; Metall und Holz kommen als Material vor. Wie alle Klarinetten hat sie ein einfaches Rohrblatt und überbläst in die Duodezime. Daneben existiert die Kontra-Alt-Klarinette in Es, die zwischen Bass- und Kontrabassklarinette liegt.
Musikalische Verwendung
Ihr Klang ist dunkel, weich und von großer Tiefe, ohne die Schärfe eines Kontrafagotts; in leiser Dynamik wirkt er fast körperlos. Eingesetzt wird sie vor allem im sinfonischen Blasorchester, wo sie das Fundament der Klarinettengruppe bildet, sowie in Orchesterwerken des 20. und 21. Jahrhunderts, in denen Komponisten diese besondere Farbe suchen. Im klassisch-romantischen Repertoire fehlt sie weitgehend. Wegen ihrer Seltenheit und ihres Preises wird die Stimme in der Praxis manchmal anders besetzt, was den beabsichtigten Klang verändert.
Spielpraxis
Der Luftbedarf ist groß, und die Ansprache in der Tiefe ist träge; arbeite mit breitem, gut gestütztem Atem und lockerem Ansatz, denn zu viel Lippendruck lässt die tiefen Töne krachen. Wähle ein Blatt, das auch leise sicher anspricht, und halte Ersatz bereit. Wegen des Gewichts sind ein Stachel oder eine Stütze unverzichtbar; stelle die Höhe so ein, dass Kopf und Nacken gerade bleiben. Prüfe die zahlreichen Klappen und Polster regelmäßig, weil kleinste Undichtigkeiten das unterste Register unbrauchbar machen. Wärme das Instrument gründlich an, bevor du stimmst, und rechne mit langen Wegen beim Registerwechsel.
die Notation über zwei Oktaven von der klingenden Höhe abweicht: Bei der Kontrolle der Intonation gegen andere Instrumente ist das mitzudenken, sonst entstehen Verwechslungen. Im Blasorchester ist die Abstimmung mit Tuben und Kontrafagott zu klären, weil sich die Klangbereiche überschneiden. Spiele in der Tiefe eher zurückhaltend, weil der Klang sonst den ganzen Satz zudeckt. Prüfe das Instrument vor jeder Aufführung auf Undichtigkeiten und halte mehrere eingespielte Blätter bereit.