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Instrument

Kontrafagott

Tiefes Doppelrohrblattinstrument unter dem Fagott.

Was es bedeutet

Das Kontrafagott klingt eine Oktave tiefer als das Fagott. Sein Rohr ist über fünf Meter lang und wird mehrfach gefaltet, sodass das Instrument aufrecht vor dem Spieler steht und meist auf einem Stachel ruht. Der Schallbecher weist je nach Bauart nach unten oder oben. Notiert wird im Bassschlüssel eine Oktave höher, als es klingt. Wie beim Fagott sitzt das Doppelrohrblatt auf einem S-Bogen, ist jedoch deutlich größer. Der Tonumfang reicht in die unterste Region des Orchesters hinab, bis in den Bereich des Subkontra-B.

Musikalische Verwendung

Als tiefstes Holzblasinstrument gibt das Kontrafagott der Bläsergruppe ein Fundament, das sich klanglich von Tuba und Kontrabass unterscheidet: körnig, rau und in der äußersten Tiefe eher als Vibrieren denn als Tonhöhe wahrnehmbar. Komponisten setzen es seit dem späten 18. Jahrhundert ein, zunächst sparsam zur Verstärkung des Basses, seit dem 19. Jahrhundert auch als eigene Farbe, gelegentlich für groteske oder unheimliche Wirkungen. In der Mittellage klingt es überraschend weich und kann melodische Aufgaben übernehmen, was selten genutzt wird.

Spielpraxis

Der Luftbedarf ist außergewöhnlich hoch; plane Atemstellen großzügig und arbeite mit ruhigem, breitem Luftstrom. Die Ansprache in der Tiefe ist träge — setze früher an, damit der Ton rechtzeitig steht, und halte den Ansatz locker, sonst kracht er. Rohrblätter sind groß, teuer und empfindlich; bearbeite sie sorgfältig und halte mehrere eingespielte bereit. Stelle Stachel und Gurt so ein, dass die Hände ohne Streckung an die Klappen kommen. Prüfe regelmäßig die Dichtigkeit der vielen Polster, weil Undichtigkeiten zuerst die unterste Lage unspielbar machen, und wärme das Instrument vor dem Stimmen gründlich an.

die klingende Tiefe im Orchester leicht überdosiert wird: In den untersten Lagen wird die Tonhöhe kaum noch wahrgenommen, und der Klang legt sich über alles. Spiele deshalb zurückhaltend und prüfe die Wirkung vom Saal aus. Achte auf Deutlichkeit in der Artikulation, weil tiefe Töne ohne klaren Ansatz verschwimmen. Bei Verdopplungen mit Kontrabass und Tuba lohnt die Absprache über Artikulation und Lautstärke. Halte das Instrument warm, weil es sonst in der Tiefe unzuverlässig anspricht.