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Instrument

Fagott

Tiefes Doppelrohrblattinstrument.

Was es bedeutet

Das Fagott ist das tiefe Doppelrohrblattinstrument des Orchesters. Sein konisches Rohr ist über zwei Meter lang und wird durch eine U-förmige Führung im unteren Teil so gefaltet, dass das Instrument handhabbar bleibt. Das Doppelrohrblatt sitzt auf einem gebogenen Metallröhrchen, dem S-Bogen. Notiert wird klingend, überwiegend im Bassschlüssel, für hohe Lagen im Tenorschlüssel. Der Tonumfang reicht vom Kontra-B über mehr als drei Oktaven aufwärts. Zwei Bauarten stehen nebeneinander: das in Deutschland entwickelte System und das französische, die sich in Griffweise und Klang unterscheiden.

Musikalische Verwendung

Der Klang ist in der Tiefe körnig und tragend, in der Mittellage warm und der menschlichen Stimme nahe, in der Höhe schlank und angespannt. Daraus folgt eine doppelte Rolle: Das Fagott liefert das Fundament der Holzbläsergruppe und übernimmt zugleich ausdrucksstarke Solostellen. Es verbindet sich klanglich gut mit Hörnern, Violoncelli und Klarinetten. In der Musik des Barock gehört es zum Continuo, in der Wiener Klassik wird es fester Bestandteil des Orchesters, und seit dem 19. Jahrhundert nutzen Komponisten auch seine Fähigkeit zu grotesken und leichten Charakteren. Das Kontrafagott klingt eine Oktave tiefer.

Spielpraxis

Das Rohrblatt entscheidet über fast alles: Ansprache, Intonation, Klangfarbe und Ausdauer. Lerne früh, Blätter zu prüfen, nachzuarbeiten und rechtzeitig zu wechseln, und halte stets mehrere eingespielte bereit. Wässere das Blatt vor dem Spielen kurz. Die Grifftechnik verlangt beide Daumen für zahlreiche Klappen; übe die Daumenwege gesondert und langsam. Achte auf eine Haltung, bei der der Halsriemen oder Sitzgurt das Gewicht trägt und die Hände frei bleiben. Halte den Ansatz rund und locker, damit tiefe Töne nicht krachen und hohe nicht quetschen. Kontrolliere Polster und Dichtigkeit regelmäßig, weil Undichtigkeiten zuerst die Tiefe unbrauchbar machen.

die beiden Bauarten unterschiedliche Griffweisen und Klangvorstellungen haben: Wer zwischen ihnen wechselt, braucht Zeit, und Stimmen sind nicht ohne Weiteres übertragbar. In der Bläsergruppe ist das Fagott oft Bindeglied zwischen Holz und Blech; höre deshalb ebenso auf die Hörner wie auf die Klarinetten. Für Continuospiel lohnt die Kenntnis der Bezifferung, weil die Bassstimme dort gestaltet und nicht nur gespielt wird. Prüfe den S-Bogen regelmäßig, da Verformungen die Intonation verändern.