Larghissimo
Äußerst breit und langsam, langsamer als Largo.
Was es bedeutet
Larghissimo ist die Steigerungsform von Largo: äußerst breit, äußerst langsam. Die Endung -issimo verstärkt das Grundwort, und da Largo bereits zu den langsamsten Tempowörtern zählt, bezeichnet Larghissimo das untere Ende der gebräuchlichen Skala. Zahlenangaben sind hier wenig aussagekräftig; gelegentlich werden Werte unter 40 Schlägen pro Minute genannt, doch bei so langsamen Tempi entscheidet die gewählte Zähleinheit mehr als die Zahl.
Neben der Langsamkeit meint das Wort die Breite: viel Raum für jeden Ton, weit gespannte Phrasen, voller Klang. Darin unterscheidet es sich von Lentissimo, das die reine Langsamkeit bezeichnet, und von Adagissimo, in dem die ruhige, mußevolle Haltung des Grundworts Adagio nachklingt. Die Angabe ist selten; häufiger stehen Umschreibungen wie molto largo.
Im Notenbild
Das Wort steht über dem ersten System eines Satzes oder Abschnitts. Wegen der Seltenheit ergänzen manche Ausgaben eine Metronomzahl, die dann vom Herausgeber stammt. Typisch ist die Nachbarschaft zu langen Notenwerten und weiten Bögen, die die Breite im Notenbild sichtbar machen.
Musikalische Verwendung
Eingesetzt wird die Angabe in Musik, die zum Stillstand neigt: in Trauer- und Klagemusik, in Einleitungen, die eine Stimmung schildern statt eine Bewegung, und in Schlussabschnitten, die verklingen sollen. Weil der Puls sehr weit auseinanderliegt, muss der Zusammenhalt aus anderen Mitteln kommen — aus einer gleichmäßigen Begleitfigur, einem gehaltenen Bass oder einer durchlaufenden Harmoniefolge.
Die Angabe ist sehr selten und bezeichnet das langsamste aller Tempi. ## Spielpraxis
Wähle eine kleinere Zähleinheit, als die Taktangabe nahelegt, und halte sie konsequent durch; anders ist gemeinsames Spiel in solchen Tempi kaum möglich. Prüfe vorher, ob Atem, Bogen oder Pedal für die längsten Töne reichen, und plane Wechsel an unauffälligen Stellen. Trage den Klang über die volle Notendauer, statt ihn am Anfang zu setzen und verklingen zu lassen. Und achte auf die Intonation: In sehr langsamen Tempi hat der Hörer Zeit, jeden Ton zu prüfen.