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Instrument

Lautenzug

Historische Registriervorrichtung an Cembalo oder Klavier, die dem Ton einen lautenartig gedämpften Klang verlieh.

Was es bedeutet

Der Lautenzug ist eine mechanische Registriervorrichtung an Cembalo und frühem Hammerklavier, die den Klang dem einer Laute annähern soll. Ein Hand- oder Kniehebel bringt kleine Filz- oder Lederplättchen nahe an den Anschlagpunkt der Saiten, wodurch die Obertöne gedämpft werden und der Ton nasal, kurz und leiser klingt.

Beim Cembalo wirkt der Lautenzug meist auf einen der Saitenchöre, beim frühen Klavier ist eine ähnliche Vorrichtung auch als Mutenzug oder Harfenzug bekannt.

Im Notenbild

Der Einsatz wird in älteren Ausgaben gelegentlich mit „liuto“ oder „con sordino“ vermerkt; ein einheitliches Zeichen gibt es nicht, da die Registrierung von Instrument zu Instrument unterschiedlich ausgeführt ist.

Musikalische Verwendung

Der Lautenzug diente vor allem der klanglichen Abwechslung innerhalb eines Stücks, etwa um einen Abschnitt intimer oder gedämpfter erklingen zu lassen, ohne die Lautstärke über den Anschlag zu regeln. Abzugrenzen ist er vom Registerwechsel im engeren Sinn, der bei Cembali meist durch Zu- oder Abschalten ganzer Saitenchöre erfolgt, während der Lautenzug lediglich den Klangcharakter eines bestehenden Chores verändert.

Spielpraxis

Setze den Lautenzug bewusst als Klangfarbe ein, nicht als Lautstärkeregler; er eignet sich besonders für kurze, kontrastierende Abschnitte oder Wiederholungen, denen du eine andere Farbe geben möchtest.