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Instrument

Naturhorn

Ventilloses Horn der Frühklassik.

Was es bedeutet

Das Naturhorn ist ein Horn ohne Ventile. Es verfügt nur über die Töne seiner Naturtonreihe, deren Grundton sich über aufsteckbare Bögen verändern lässt: Mit einem längeren Bogen steht das Instrument tiefer, mit einem kürzeren höher. Dadurch konnte es an die Tonart eines Satzes angepasst werden, was in Partituren des 18. und frühen 19. Jahrhunderts als Stimmungsangabe erscheint — etwa Horn in Es oder in D. Die rechte Hand im Schalltrichter ergänzt Töne außerhalb der Reihe und verändert zugleich die Klangfarbe.

Musikalische Verwendung

Die Musik für dieses Instrument ist von seiner Beschränkung geprägt: Fanfarenartige Dreiklangsfiguren in der Tiefe, melodische Führung erst in der Höhe, wo die Naturtöne dicht liegen, und eine Farbmischung aus offenen und gestopften Tönen. Komponisten der Wiener Klassik schreiben gezielt so, dass die verfügbaren Töne tragfähig bleiben und die gestopften Töne an passender Stelle stehen. Mit der Einführung der Ventile im 19. Jahrhundert wurde das Horn chromatisch, und der Charakter der Stimmen änderte sich; der Übergang verlief über Jahrzehnte, und manche Komponisten schrieben bewusst noch für das Naturinstrument. In der historisch informierten Aufführungspraxis ist es heute wieder gebräuchlich.

Spielpraxis

Alles hängt an Ansatz und Klangvorstellung, denn es gibt keine Ventile zur Hilfe; übe Bindungen über die Naturtöne, bis du die Reihe sicher hörst. Die Handstellung im Trichter ist ein eigenes Kapitel: Sie regelt Zwischentöne, Intonation und Farbe und muss für jeden Ton gelernt werden. Rechne mit Lautstärkeunterschieden zwischen offenen und gestopften Tönen und gleiche sie über die Luft aus, ohne die Farbe zu verwischen — sie gehört zum Stil. Wähle den zur Tonart passenden Aufsteckbogen und stimme nach dem Anwärmen. Übe leise, weil das Instrument bei Druck unkontrollierbar wird.

die Wahl des Aufsteckbogens zur Vorbereitung gehört: Er bestimmt Grundton und Klangcharakter, und ein Wechsel während des Werkes braucht Zeit, die eingeplant werden muss. Prüfe in der Partitur, welche Stimmungen verlangt sind.