Gestopft
Mit Hand im Trichter, blechiger Ton.
Was es bedeutet
Gestopft heißt: Der Spieler schiebt die rechte Hand so weit in den Schalltrichter des Horns, dass die Öffnung nahezu verschlossen ist. Der Klang wird dadurch scharf, gepresst und blechern, zugleich deutlich leiser, und die Tonhöhe verschiebt sich — beim Horn gewöhnlich um etwa einen Halbton nach oben, was beim Greifen ausgeglichen werden muss. Die Technik gehört zum Horn, wird gelegentlich aber auch auf Trompete mit einem eigens dafür gebauten Stopfdämpfer nachgeahmt.
Im Notenbild
Vorgeschrieben wird das Stopfen durch ein kleines Kreuz über der Note oder durch das Wort selbst; im französischen Sprachgebrauch steht bouché. Aufgehoben wird es durch einen kleinen Kreis, durch offen oder ouvert. Notiert wird immer der klingende Zielton in der üblichen transponierenden Schreibweise des Horns; die Umrechnung des Griffs nimmt der Spieler vor.
Musikalische Verwendung
Historisch entstand das Stopfen am ventillosen Naturhorn: Mit der Hand im Trichter ließen sich Töne erreichen, die in der Naturtonreihe fehlen. Aus dieser Notwendigkeit wurde nach Einführung der Ventile ein Ausdrucksmittel. Seit dem 19. Jahrhundert verlangen Komponisten den gestopften Klang gezielt für schneidende, fahle oder gespenstische Stellen, oft einzeln oder in kleinen Gruppen, weil er sich vom offenen Hornklang sofort abhebt. In starker Dynamik wirkt er blechern und aggressiv, leise eher fern und verfremdet.
Spielpraxis
Achte darauf, den Trichter wirklich dicht zu schließen; eine halb geschlossene Hand ergibt den unsauberen Zwischenzustand, der als Kunststopf gesondert benannt wird. Gleiche die Tonhöhe durch den Griff aus und prüfe sie am Stimmgerät, denn die Verschiebung fällt je nach Instrument unterschiedlich aus. Übe den Wechsel zwischen offen und gestopft in langsamen Passagen, weil die Hand dabei Position und Ansatz zugleich verändern muss. Rechne mit erhöhtem Luftwiderstand und plane den Atem entsprechend. Bei lauten gestopften Stellen bleibt der Ansatz locker, sonst wird die Intonation instabil.
die Notationspraxis uneinheitlich ist: Manche Partituren notieren den Ton, der klingen soll, andere den, der zu greifen wäre. Bei Unklarheit hilft der Vergleich mit den umgebenden Stimmen und die Absprache mit der Leitung.