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Instrument

Oboe da caccia

Tiefe barocke Oboe in Tenorlage.

Was es bedeutet

Die Oboe da caccia ist ein barockes Doppelrohrblattinstrument in Tenorlage. Sie steht in F und klingt eine reine Quinte tiefer als notiert. Charakteristisch ist die gebogene, oft mit Leder überzogene Röhre und der kugelige Messingbecher, der dem Klang eine gedeckte, weiche Farbe gibt. Sie gilt als Vorläuferin des späteren Englischhorns, das dieselbe Lage einnimmt, aber gerade gebaut ist und anders klingt; die Entwicklungslinie zwischen beiden verlief über verschiedene Zwischenformen.

Musikalische Verwendung

In der Musik der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird sie für getragene, gesangliche Stellen eingesetzt, häufig in Verbindung mit Singstimmen, deren Lage sie stützt und färbt. Ihr Klang ist weniger scharf als der der Oboe und weniger näselnd als der des Englischhorns — eher rund und verhalten. In Kantaten und Passionen der Zeit erscheint sie regelmäßig in besonders ausdrucksvollen Sätzen. Nach der Mitte des 18. Jahrhunderts geriet sie außer Gebrauch, und die betreffenden Stimmen wurden lange auf dem Englischhorn ausgeführt; mit der historisch informierten Aufführungspraxis kehrte das Instrument in Nachbauten zurück.

Spielpraxis

Die gebogene Bauform verlangt eine eigene Handhaltung; wer von der Oboe kommt, braucht Zeit, bis die Griffwege vertraut sind. Das Rohrblatt ist größer als bei der Oboe und verlangt mehr Luft bei etwas geringerem Druck; arbeite mit lockerem Ansatz, damit der Klang rund bleibt. Die Intonation ist empfindlich und hängt stark vom Blatt ab, das selbst gepflegt und angepasst wird. Kläre im Ensemble die Stimmtonhöhe, da in der Alten Musik verschiedene Stimmtöne gebräuchlich sind und Nachbauten darauf ausgelegt werden. Lass das Instrument nach dem Spielen gut trocknen und schütze das Leder vor Nässe.

das Instrument in Verbindung mit Singstimmen eingesetzt wird und sich diesen anpassen soll: Phrasierung, Atemstellen und Verzierungen werden gemeinsam erarbeitet, nicht getrennt. Prüfe die Lage, weil die Stimme häufig eng an der Singstimme geführt wird und Kreuzungen vorkommen. Rechne mit einer trägen Ansprache in der Tiefe und setze dort früher an. Halte den Klang rund und verzichte auf Druck, weil das Instrument sonst näselnd wird und seine besondere Farbe verliert.