Pélog
Siebentönige Gamelan-Tonleiter mit ungleich großen Stufen, meist fünftönig genutzt.
Was es bedeutet
Pélog ist eine der beiden Tonleitern der javanischen und balinesischen Gamelanmusik. Sie hat sieben Töne mit ungleich großen Stufen, von denen in einem Stück meist fünf verwendet werden. Die Stufen sind weder gleichmäßig noch entsprechen sie den Tönen des europäischen Systems; sie klingen für europäische Ohren fremd und schwebend.
Musikalische Verwendung
Jedes Gamelan-Ensemble wird individuell gestimmt, sodass die Abstände der Pélog-Stufen von Instrument zu Instrument und von Ensemble zu Ensemble leicht unterschiedlich sind. Neben dem Pélog steht der Sléndro, eine Tonleiter mit fünf annähernd gleich großen Stufen. Beide Systeme werden in einer Gamelan-Orchesterbesetzung nicht gemischt. Claude Debussy hörte 1889 auf der Pariser Weltausstellung javanische Musik, die sein Klangempfinden beeinflusste.
Abzugrenzen ist der Pélog von der europäischen Tonleiter mit gleichstufig temperierten Halbtönen und von der Pentatonik, die einen festen, meist gleich gestimmten Abstand hat.
Spielpraxis
Wenn du Pélog hörst oder spielst, achte auf die besondere Klangfarbe der Intervalle und darauf, dass sie nicht mit europäischen Tonhöhen vermischt werden. Versuche nicht, Töne „zurechtzurücken“; die Stimmung gehört zum Charakter des Ensembles.