Römische Schule
Kompositionstradition ab Mitte des 16. Jahrhunderts um Palestrina, geprägt durch strengen A-cappella-Kirchenstil.
Was es bedeutet
Als Römische Schule bezeichnet man eine Traditionslinie von Komponisten der katholischen Kirchenmusik, die vom mittleren 16. Jahrhundert an in Rom wirkten und einen klaren, wohlausgewogenen, überwiegend a cappella gesungenen Vokalstil pflegten. Namensgebend und stilprägend war vor allem Giovanni Pierluigi da Palestrina.
Musikalische Verwendung
Der Stil der Römischen Schule entstand im Umfeld des Konzils von Trient, das eine leicht verständliche, textnahe Kirchenmusik forderte, und wurde später zum Vorbild einer eigenen strengen Satzlehre, dem sogenannten Palestrina-Stil. Zu den mit der Römischen Schule verbundenen Komponisten zählen neben Palestrina auch Tomás Luis de Victoria und Vertreter der folgenden Generationen. Abzugrenzen ist die Römische Schule von der zeitgleichen Venezianischen Schule, die mit mehrchörigem Klang und Instrumentalbegleitung einen prunkvolleren, farbigeren Stil pflegte.
Spielpraxis
Singe Werke der Römischen Schule mit klarer, gleichmäßiger Stimmführung und zurückhaltendem Vibrato, damit die polyphone Stimmführung und die Textverständlichkeit im Vordergrund bleiben.