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Geschichte

Palestrina-Stil

Vorbildlicher A-cappella-Satz nach Palestrina; Grundlage der Kontrapunktlehre.

Was es bedeutet

Der Palestrina-Stil bezeichnet den vokalen Kompositionsstil, den Giovanni Pierluigi da Palestrina (um 1525–1594) in Rom pflegte und der als Vorbild der geistlichen Vokalpolyphonie der Renaissance gilt. Kennzeichnend sind ein ruhiger, fließender Verlauf der Melodien mit überwiegend kleinen Schritten, ein ausgewogener Zusammenklang und ein streng geregelter Umgang mit Dissonanzen, die nur vorbereitet oder als Durchgang vorkommen.

Musikalische Verwendung

Nach dem Konzil von Trient (1545–1563) forderte die Kirche, dass der Text in geistlichen Werken verständlich bleibt. Palestrinas Messen und Motetten galten als Musterbeispiel: Die Legende, seine „Missa Papae Marcelli“ habe die mehrstimmige Kirchenmusik gerettet, ist historisch unsicher, zeigt aber sein Ansehen. Johann Joseph Fux baute auf diesem Stil sein Lehrbuch „Gradus ad Parnassum“ (1725) auf, das die Gattungen des Kontrapunkts beschreibt und bis ins 20. Jahrhundert die Satzlehre prägte.

Abzugrenzen ist der Palestrina-Stil von der Vokalpolyphonie der Niederländischen Schule mit ihrer dichteren Imitation und vom Stil des Barock, der Instrumente und Generalbass verwendet.

Spielpraxis

Wenn du im Palestrina-Stil singst, achte auf ruhigen Atem und gleichmäßige Stimmführung. Jede Stimme hat eine eigene Linie; gestalte Dissonanzen mit sanftem Nachdruck und löse sie sorgfältig auf.