Zum Inhalt springen
Geschichte

Niederländische Schule

Franko-flämische Komponisten des 15./16. Jahrhunderts, etwa Ockeghem, Josquin und Lasso.

Was es bedeutet

Die Niederländische Schule, auch franko-flämische Schule genannt, ist die Bezeichnung für die Komponisten des 15. und 16. Jahrhunderts, die aus den Niederlanden, Flandern und Nordfrankreich stammten und die europäische Musik dieser Zeit prägten. Sie arbeiteten an Höfen und Kirchen in Frankreich, Burgund, Italien und Spanien und verbreiteten dort ihren Stil.

Kennzeichnend ist die Vokalpolyphonie: mehrere gleichberechtigte Stimmen, die sich imitieren, also dieselbe Melodie nacheinander aufnehmen, und zu einem dichten, ausgewogenen Satz verbinden. Die Formen sind vor allem Messe, Motette und Chanson.

Musikalische Verwendung

Zu den wichtigsten Vertretern gehören Johannes Ockeghem (um 1410–1497), Josquin des Prez (um 1450–1521), Jacob Obrecht, Adrian Willaert und Orlando di Lasso (1532–1594). Man spricht von mehreren Generationen: Auf Guillaume Dufay und die Burgunder folgten Ockeghem und Josquin, danach Willaert, Lasso und andere. Ihre Kunst der Imitation prägte auch Palestrina und den späteren Kontrapunkt.

Abzugrenzen ist die Niederländische Schule von der römischen Schule um Palestrina, die nach dem Konzil von Trient einen klareren, textverständlichen Stil pflegte, und von der venezianischen Schule mit ihrer Mehrchörigkeit.

Spielpraxis

Wenn du niederländische Vokalmusik singst, achte auf die Selbstständigkeit jeder Stimme. Jede Stimme hat eine eigene Melodie und einen eigenen Einsatz; höre auf die anderen und lass die Imitationen hörbar werden.