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Instrument

Schlauchladen

Historische Windladenform der Orgel mit beweglichen Schläuchen zur Luftverteilung; selten, vor allem im 18./19. Jahrhundert.

Was es bedeutet

Der Schlauchladen ist eine historische Bauform der Windlade einer Orgel, also jenes Bauteils, das den Wind (die Luft) auf die einzelnen Pfeifen verteilt. Anders als bei der verbreiteteren Schleiflade wird die Windzufuhr hier nicht über feste Schleifen, sondern über bewegliche Lederschläuche gesteuert.

Jede Pfeife oder Pfeifengruppe ist dabei über einen eigenen Schlauch mit einem Ventil verbunden, das beim Niederdrücken der zugehörigen Taste den Schlauch öffnet und Wind hindurchlässt.

Musikalische Verwendung

Der Schlauchladen wurde vor allem im 18. und 19. Jahrhundert in bestimmten Regionen und Werkstätten eingesetzt, unter anderem, um bei komplexeren Spielhilfen wie einer präziseren Registrierung technische Vorteile gegenüber der starreren Schleiflade zu erzielen. Gegenüber der pneumatischen Kegellade blieb er jedoch eine seltenere Zwischenform, da die Schläuche wartungsanfällig waren und mit der Zeit undicht werden konnten.

Im Zuge der Entwicklung der pneumatischen und später elektropneumatischen Traktur im späten 19. Jahrhundert wurde der Schlauchladen weitgehend von anderen, zuverlässigeren Windladensystemen verdrängt und ist heute vor allem noch in historischen Orgeln erhalten.

Abzugrenzen ist der Schlauchladen von der Schleiflade, bei der eine durchgehende, verschiebbare Holzleiste (die Schleife) den Wind für eine ganze Tonreihe eines Registers freigibt oder sperrt, sowie von der Kegellade, bei der kegelförmige Ventile unter jeder einzelnen Pfeife den Wind steuern.

Spielpraxis

Wenn du an einer historischen Orgel mit Schlauchladen spielst, rechne mit einer möglicherweise etwas trägeren, weicheren Tastenansprache als bei einer Schleiflade, da die Luft erst durch die Schläuche strömen muss. Lass dir von einem Orgelbauer oder Kantor die technischen Eigenheiten des jeweiligen Instruments erklären, bevor du registrierst.