Schnecke
Gewundener oberer Abschluss des Wirbelkastens bei Streichinstrumenten.
Was es bedeutet
Die Schnecke ist der oberste Abschluss des Halses eines Streichinstruments, oberhalb des Wirbelkastens, in dem die Stimmwirbel stecken. Sie besteht aus demselben Holzstück wie der Hals und wird in einer charakteristischen, spiralig gewundenen Form geschnitzt, die einem Schneckenhaus ähnelt.
Klanglich hat die Schnecke keine Funktion; sie ist ein rein gestalterisches, kunsthandwerkliches Element am oberen Ende des Instruments.
Musikalische Verwendung
Bei Violine, Bratsche, Violoncello und Kontrabass ist die Schnecke seit der Ausbildung der klassischen Bauform im 16. und 17. Jahrhundert fester Bestandteil des Instrumentendesigns und dient Geigenbauern seither auch als individuelles gestalterisches Merkmal, an dem sich Werkstätten und Meister erkennen lassen.
Gelegentlich wird die Schnecke durch eine andere Schnitzerei ersetzt, etwa einen Löwenkopf oder ein anderes figürliches Motiv, was jedoch die Ausnahme bleibt und meist besonderen Auftragsarbeiten oder Volksmusikinstrumenten vorbehalten ist.
Abzugrenzen ist die Schnecke vom Wirbelkasten, dem darunterliegenden hohlen Bauteil, in dem die Wirbel zur Stimmung der Saiten sitzen: Die Schnecke bildet dessen oberen, rein dekorativen Abschluss, während der Wirbelkasten selbst funktional für die Stimmung notwendig ist.
Spielpraxis
Halte oder lehne ein Streichinstrument nie an der Schnecke allein, da der Hals an dieser Stelle empfindlich gegen seitlichen Druck ist. Beim Transport im Koffer sollte die Schnecke stets gepolstert und vor Stößen geschützt liegen.