Serielle Musik
Komposition mit serialisierten Parametern.
Was es bedeutet
Serielle Musik überträgt das Reihenprinzip der Zwölftontechnik auf weitere Parameter. Nicht nur die Tonhöhen, sondern auch Dauern, Lautstärken, Artikulationen und Klangfarben werden nach Reihen geordnet, die das Stück durchziehen. Damit ist ein hoher Grad an Vorherbestimmung erreicht: Die Entscheidungen fallen im Entwurf des Systems, und der Verlauf ergibt sich daraus.
Musikalische Verwendung
Die Richtung entstand nach 1945 in Europa und war für zwei Jahrzehnte ein Mittelpunkt der Diskussion. Sie beruhte auf dem Gedanken, die Musik von überlieferten Gewohnheiten zu lösen und neu aus einem geordneten System aufzubauen. Bald zeigte sich ein Widerspruch: Je stärker jeder Einzelwert festgelegt ist, desto weniger nimmt das Ohr eine Ordnung wahr, und das Ergebnis kann dem Zufälligen nahekommen. Als Antwort darauf entwickelten Komponisten Verfahren, die mit Gruppen, Feldern und Wahrscheinlichkeiten arbeiten, und teils die Freiheit der Ausführenden einbeziehen. Die Auseinandersetzung mit dem Serialismus prägte die Musik der zweiten Jahrhunderthälfte auch dort, wo seine Verfahren abgelehnt wurden.
Spielpraxis
Rechne mit hoher Genauigkeit in allen Parametern: Dynamikangaben für einzelne Töne, komplexe Rhythmen, ständig wechselnde Artikulation. Zähle kleinteilig und unterteile, statt dich auf das Gehör zu verlassen. Übe Tonhöhen mit Bezugstönen und arbeite gesondert an der Intonation. Nimm die Pausen ernst. Verschaffe dir aus dem Vorwort oder aus Literatur einen Überblick über die Anlage des Werkes — auch wenn sie nicht hörbar ist, hilft sie beim Erfassen des Zusammenhangs.
die Kenntnis des zugrunde liegenden Systems beim Üben hilft, auch wenn es nicht hörbar ist: Wer die Ordnung kennt, findet Zusammenhänge und merkt sich Abläufe leichter. Ziehe Vorwort oder Literatur heran. Als ein Schlüsselwerk gilt Messiaens Mode de valeurs et d'intensités von 1949, das Tonhöhen, Dauern, Anschlag und Dynamik einander zuordnet. Übe komplizierte Rhythmen zuerst langsam mit dem Metronom in kleinster gemeinsamer Unterteilung. Prüfe bei sehr komplexen Rhythmen, ob eine vereinfachte Zählweise verabredet werden kann, ohne das Ergebnis zu verändern.