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Moderne

Zwölftontechnik

Komposition nach Schönbergs Reihenprinzip.

Was es bedeutet

Bei der Zwölftontechnik bildet eine festgelegte Reihenfolge aller zwölf chromatischen Töne das Material eines Stückes. Diese Reihe wird nicht als Melodie verwendet, sondern als Vorrat, aus dem Melodik, Begleitung und Akkorde gewonnen werden. Weil jeder Ton gleich häufig vorkommt, entsteht kein Bezugston und keine Tonart. Der deutsche Name und die Bezeichnung Dodekaphonie meinen dasselbe.

Musikalische Verwendung

Die Reihe erscheint in vier Grundgestalten — Grundgestalt, Krebs, Umkehrung und Krebsumkehrung — und lässt sich auf jede der zwölf Stufen transponieren. Aus diesen Gestalten wird das ganze Werk aufgebaut; oft werden Teilabschnitte der Reihe als Gruppen behandelt und miteinander kombiniert. Die Technik entstand in den 1920er Jahren als Antwort auf die Auflösung der Tonalität: Sie sollte der freien Atonalität eine Ordnung geben, die den Zusammenhang eines Werkes sichert. Ihre Wirkung reicht weit; auch Komponisten, die sie nicht übernahmen, haben sich zu ihr verhalten. Nach 1945 wurde das Prinzip in der seriellen Musik auf weitere Parameter ausgedehnt.

Weitere Bezeichnungen

Dodekaphonie ist die griechisch gebildete, international gebräuchliche Bezeichnung. Sie meint dieselbe von Arnold Schönberg entwickelte Methode, mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen zu komponieren.

Spielpraxis

Verschaffe dir einen Überblick über die verwendeten Reihengestalten; das Erkennen einer Umkehrung oder eines Krebses macht Zusammenhänge hörbar, die sonst verborgen bleiben. Übe schwierige Intervallfolgen mit Bezugstönen und arbeite gezielt an der Intonation, da harmonische Stützen fehlen. Zähle konsequent. Gestalte Phrasen, Artikulation und Dynamik so sorgfältig wie in tonaler Musik — die Technik betrifft das Material, nicht den Ausdruck.

die Technik keine Vorschrift für den Vortrag ist: Phrasierung, Artikulation, Dynamik und Klangfarbe werden hier ebenso gestaltet wie in tonaler Musik, und ein absichtlich nüchterner Vortrag verfehlt die Sache. Arbeite deshalb an den Linien und nicht nur an den Tonhöhen. Übe Intervallfolgen mit Bezugstönen und zähle konsequent. Prüfe, ob ein Werk die Reihe in Gruppen aufteilt, weil sich daraus die melodische Gliederung ergibt.