Sigui
Zeremonialmusik der Dogon (Mali), Teil des sechzig Jahre wiederkehrenden Sigui-Festes.
Was es bedeutet
Sigui bezeichnet ein Fest der Dogon in Mali, das in großen zeitlichen Abständen begangen wird und sich über mehrere Jahre durch die beteiligten Orte bewegt. Zu ihm gehören Musik, Tanz, Masken und besondere Gegenstände; Musik ist dabei kein Beiwerk, sondern Bestandteil des zeremoniellen Ablaufs. Über Einzelheiten der musikalischen Gestalt liegen in europäischsprachiger Literatur nur begrenzte und teils ältere Angaben vor.
Musikalische Verwendung
Was sich allgemein sagen lässt: Die Musik ist an den Ablauf der Zeremonie gebunden, wird mündlich weitergegeben und folgt eigenen Regeln, die innerhalb der Gemeinschaft gelten. Eine Übertragung europäischer Gattungsbegriffe — Stück, Satz, Form — trifft die Sache nur unzureichend, weil hier nicht ein Werk aufgeführt, sondern ein Vorgang vollzogen wird. Aus demselben Grund ist Zurückhaltung geboten, wenn solche Musik in Konzert- oder Unterrichtszusammenhänge übertragen wird; Teile davon sind an bestimmte Personen, Zeiten und Orte gebunden.
Spielpraxis
Eine Spielpraxis im Sinn einer Anleitung lässt sich hier nicht beschreiben und wäre auch nicht angemessen. Wer sich mit dieser Musik befasst, sollte Fachliteratur der Ethnomusikologie heranziehen, mit Angehörigen der Tradition sprechen und auf Verallgemeinerungen verzichten. Für Programmtexte gilt: Bezeichnungen korrekt verwenden, den zeremoniellen Zusammenhang nennen und keine Klangbeschreibungen erfinden, die nicht belegt sind. Die Forschung zu diesem Gebiet ist im Fluss; aktuelle Fachliteratur gibt den neuesten Stand wieder.
Aufnahmen und Beschreibungen solcher Musik aus sehr verschiedenen Zeiten stammen und nicht ohne Weiteres verallgemeinert werden dürfen: Was eine ältere Quelle festhält, muss heute nicht mehr gelten. Prüfe Alter und Herkunft der Angaben. Die Zeremonie ist mit einer eigenen Geheimsprache verbunden, der Sigi so. Wer solche Musik einbeziehen will, sollte mit Fachleuten und mit Angehörigen der Tradition sprechen. Prüfe bei Programmtexten Alter und Herkunft der verwendeten Angaben, weil ältere Darstellungen überholt sein können. Prüfe zudem, ob eine Darstellung Angehörige der Tradition zu Wort kommen lässt, bevor du sie zitierst.