Soave
Sanft, weich.
Was es bedeutet
Soave heißt „sanft, lieblich, weich" und verlangt einen milden, angenehmen Vortrag. Gemeint ist ein Klang ohne Härte, mit runder Tongebung, gebundenen Linien und zurückhaltender Dynamik.
Die Angabe betrifft den Ausdruck und steht meist als Zusatz zu einem Tempowort. Sie wirkt sich mittelbar auf das Tempo aus, weil ein sanfter Vortrag nicht eilt.
Innerhalb der Wörter für Sanftheit liegen die Unterschiede in der Färbung. Dolce und dolcissimo meinen Süße, delicato Feinheit und Zartheit, soave die Milde und Lieblichkeit. Die Grenzen sind fließend, und Komponisten verwenden die Wörter nicht streng unterschieden. Die deutsche Entsprechung ist sanft oder lieblich.
Im Notenbild
Das Wort steht kursiv über dem System, meist hinter einem Tempowort, und gilt bis zu einer neuen Angabe. Häufig findet es sich zusammen mit leiser Dynamik, gebundenen Melodien und schlichter Begleitung.
Musikalische Verwendung
Verwendet wird die Bezeichnung in lyrischen Abschnitten, in Arien und Liedern von sanftem Charakter und in Instrumentalsätzen, deren Reiz in der Milde des Klangs liegt. In der italienischen Vokalmusik des 17. und 18. Jahrhunderts ist sie verbreitet, später auch in der Instrumentalmusik.
Die Anweisung verlangt einen sanften, weichen und lieblichen Vortrag mit ruhigem Tempo, gebundener Artikulation und warmem Ton. Sie ist verwandt mit dolce, betont aber noch stärker die Anmut und Milde. Man findet sie in Arien, Charakterstücken und langsamen Sätzen. Harte Akzente und scharfe Einsätze widersprechen dem Charakter; Bläser setzen weich an, Streicher spielen mit ruhigem Bogen und wenig Druck. Ein gleichmäßiges, fließendes Legato trägt die Linie. Soave beschreibt keinen Tempobereich, steht aber meist in ruhigen Sätzen und bei leiser Dynamik. Auch Mozart verwendet das Wort in Arien, etwa in Così fan tutte im Terzett Soave sia il vento. ## Spielpraxis
Achte auf einen weichen Ansatz jedes Tons: Sanftheit entsteht dort und nicht in der Lautstärke. Führe die Linie gebunden und vermeide Akzente. Halte die Begleitung leise und gleichmäßig. Und halte den Ton tragfähig — sanft heißt nicht schwach.