Spiccato
Springender, leichter Bogenstrich.
Was es bedeutet
Beim spiccato hebt der Bogen zwischen den Tönen von der Saite ab, wobei jeder Ton eine eigene Strichrichtung erhält. Der Bogen fällt, berührt die Saite kurz und springt zurück; das Ergebnis ist eine Folge kurzer, leichter, klar getrennter Töne. Die Sprunghöhe bestimmt den Charakter: knapp über der Saite klingt es weich und rund, höher geworfen schärfer und kürzer. Vom jeté unterscheidet sich das spiccato durch den Richtungswechsel bei jedem Ton, vom martelé dadurch, dass der Bogen die Saite verlässt.
Im Notenbild
Geschrieben wird es mit Staccatopunkten über einzelnen, nicht gebundenen Noten, meist in schnellem Tempo. Das Wort selbst steht dort, wo Missverständnisse möglich sind, etwa wenn dieselbe Figur auch auf der Saite gespielt werden könnte. Bei langsameren Notenwerten mit Punkten ist in der Regel kein Springen gemeint.
Musikalische Verwendung
Die Strichart prägt den Klang schneller Sätze seit der Wiener Klassik: perlende Begleitfiguren, tänzerische Themen, Scherzo-Charakter. Sie erlaubt Geschwindigkeit ohne Anstrengung und hält den Satz durchsichtig, weil zwischen den Tönen Luft bleibt. Im Orchester wird sie oft ganze Passagen lang verlangt, und die Einheitlichkeit eines Registers im spiccato gilt als Prüfstein für die Qualität der Gruppe.
Spielpraxis
Suche zunächst die Stelle des Bogens, an der er von selbst springt, und übe dort einzelne Töne ohne Melodie. Die Bewegung kommt aus einem kleinen Kreis von Hand und Unterarm, nicht aus dem Oberarm. Je schneller die Passage, desto kleiner der Bogenweg und desto näher an der Saite bleibt das Haar. Achte darauf, Ab- und Aufstrich gleich klingen zu lassen; ungleiche Striche sind der häufigste Mangel. Ein zu straff gespannter Bogen springt unkontrolliert. Beginne im Üben in mittlerem Tempo und steigere erst, wenn die Sprünge ohne Zutun regelmäßig bleiben.
die Strichart vom Bogen abhängt: Jeder Bogen hat eine Stelle, an der er von selbst gleichmäßig federt, und diese Stelle ist nicht bei allen gleich. Finde sie und merke sie dir. Halte die Finger locker und lass die Stange arbeiten; jeder Versuch, den Sprung aus dem Arm zu erzeugen, macht ihn unregelmäßig. Im Register verabredet Bogenstelle und Sprunghöhe.