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Streicher

Jeté

Geworfener, springender Bogen.

Was es bedeutet

Beim jeté wird der Bogen in einer Richtung auf die Saite geworfen und springt dort von selbst mehrfach auf, sodass aus einem einzigen Strich eine Kette kurzer Töne entsteht. Der Spieler löst die Bewegung aus und steuert ihre Dauer, doch die Wiederholungen entstehen aus der Elastizität der Bogenstange. Gebräuchlich sind auch die Namen ricochet und, in weiterem Sinn, saltando. Vom spiccato unterscheidet sich das jeté dadurch, dass dort jeder Ton eine eigene Strichrichtung hat.

Im Notenbild

Notiert wird eine Gruppe kurzer Noten unter einem gemeinsamen Bindebogen, jede mit einem Staccatopunkt. Die Zahl der Punkte gibt an, wie viele Sprünge in diesem einen Strich liegen sollen; meist sind es zwei bis sechs. Das Wort jeté oder ricochet steht ergänzend dabei, weil die Notation allein auch ein gebundenes Staccato meinen könnte.

Musikalische Verwendung

Die Strichart bringt eine leichte, prickelnde Bewegung hervor und gehört zum virtuosen Repertoire der Violinmusik seit dem frühen 19. Jahrhundert. Sie erscheint in schnellen Schlusssätzen, in Begleitfiguren mit Wiederholungstönen und in Charakterstücken mit tänzerischem Zuschnitt. Im Orchester wird sie eher sparsam verlangt, weil ein ganzes Register die Sprünge kaum exakt gleich ausführen kann; als Farbe für einzelne Stellen ist sie aber wirkungsvoll.

Spielpraxis

Suche zuerst die Stelle des Bogens, an der er von selbst gut federt — meist etwas oberhalb der Mitte; die genaue Stelle hängt vom Bogen ab. Lass den Bogen fallen, statt ihn zu drücken, und halte Zeigefinger und Daumen locker, damit die Stange schwingen kann. Übe zuerst zwei Sprünge, dann drei, und zähle sie bewusst mit; die Zahl ist steuerbar, wenn du die Fallhöhe und die Bogengeschwindigkeit regelst. Zu straff gespanntes Haar macht die Sprünge hart und unkontrolliert. Für gleichmäßige Ketten hilft es, im Abstrich zu beginnen und die Gruppe im Tempo mehrfach hintereinander zu üben.

die Zahl der Sprünge steuerbar ist: Sie hängt von Fallhöhe, Bogenstelle und Geschwindigkeit ab, und wer diese Größen festlegt, bekommt reproduzierbare Ergebnisse. Notiere dir die gewählte Bogenstelle. Übe die Figur in Gruppen und zähle die Sprünge bewusst mit. Im Register ist ein gleichmäßiges Ergebnis kaum zu erreichen, weshalb die Strichart dort sparsam verlangt wird; kläre im Zweifel mit der Stimmführung, ob sie gemeint ist.