Sprechstimme
Sprechgesang, eingeführt von Schönberg.
Was es bedeutet
Sprechstimme bezeichnet eine Vortragsweise zwischen Sprechen und Singen: Die notierte Tonhöhe wird angegeben, aber nicht gehalten — die Stimme berührt sie und verlässt sie sofort wieder, sodass der Tonfall sprachlich bleibt. Rhythmus und Dynamik sind dagegen genau auszuführen. Die Technik wurde im frühen 20. Jahrhundert von Arnold Schönberg in mehreren Werken verwendet und mit eigenen Erläuterungen versehen; ihre genaue Ausführung ist seither Gegenstand unterschiedlicher Auffassungen.
Im Notenbild
Notiert wird sie meist mit Kreuzen anstelle der Notenköpfe oder mit einem Querstrich am Hals, im üblichen rhythmischen Notenbild. Das Vorwort der Partitur erklärt in der Regel, wie die Zeichen gemeint sind; verlässt man sich auf Gewohnheiten, geht die Absicht des Komponisten leicht verloren.
Musikalische Verwendung
Die Sprechstimme erlaubt es, Text mit der Genauigkeit der Musik zu behandeln, ohne die Klanglichkeit des Gesangs. Dadurch entsteht ein eigener Ausdrucksbereich: eindringlich, brüchig, manchmal gespenstisch. Sie erscheint in Melodramen, in Bühnenwerken und in Kammermusik mit Stimme und hat im Repertoire des 20. Jahrhunderts festen Platz. Von parlando unterscheidet sie sich dadurch, dass dort die Tonhöhen gesungen bleiben und nur der Gestus sprachlich ist; von reinem Sprechen unterscheidet sie sich durch die notierte Tonhöhenbewegung.
Spielpraxis
Lies zuerst das Vorwort der Partitur und kläre, wie genau die Tonhöhen zu treffen sind. Übe den Rhythmus exakt, notfalls mit Metronom, weil er nicht der freien Sprache überlassen ist. Halte die Stimme gestützt, damit der Vortrag trägt und die Kehle nicht leidet — gepresstes Sprechen über längere Strecken ist schädlich. Arbeite an der Textdeutlichkeit und an der Charakterisierung, denn beides trägt hier die Wirkung. Stimme die Balance mit der Begleitung ab, weil gesprochene Stimme sich schlechter durchsetzt als gesungene.
die Ausführung seit jeher umstritten ist: Die Angaben des Komponisten lassen Spielraum, und die Deutungen reichen von nahezu gesungener Tonhöhe bis zu freiem Sprechen. Lies das Vorwort und entscheide bewusst, statt einer Gewohnheit zu folgen. Stimme die Balance mit der Begleitung ab.