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Vortrag

Stabile

Stabil, ruhig.

Was es bedeutet

Stabile heißt „stabil, beständig, fest" und verlangt einen gleichmäßigen, unerschütterlichen Vortrag. Gemeint ist vor allem ein ruhiges, festes Tempo, das sich nicht verschiebt, und eine Tongebung ohne Schwankungen.

Die Angabe ist im Notentext selten und gehört zu jenen italienischen Wörtern, die einzelne Komponisten gebrauchen, ohne dass sich eine feste Tradition gebildet hätte. Ihre Bedeutung ergibt sich aus dem Wort selbst und aus dem Zusammenhang.

Von giusto und rigoroso, die ebenfalls Genauigkeit im Tempo verlangen, unterscheidet sich stabile durch die Ruhe: Es geht weniger um Strenge als um Beständigkeit. Von gelassen unterscheidet es sich dadurch, dass die Festigkeit betont wird, nicht die Gelöstheit.

Im Notenbild

Das Wort steht kursiv über dem System und gilt bis zu einer neuen Angabe. Es findet sich am ehesten dort, wo eine Stimme als ruhender Pol gegenüber bewegteren Stimmen wirken soll — etwa bei liegenden Tönen, gleichmäßigen Begleitfiguren oder einem ostinaten Bass.

Musikalische Verwendung

Verwendet wird die Angabe, um eine Schicht des Satzes festzulegen, während andere sich frei bewegen: eine Begleitung, die ihr Tempo hält, während die Melodie freier gestaltet wird, oder ein Grundpuls, über dem sich unregelmäßige Figuren entfalten. In der Musik des 20. Jahrhunderts, in der verschiedene Tempo- und Ausdrucksschichten überlagert werden, begegnet dieses Verfahren häufiger.

Die Anweisung verlangt einen stabilen, ruhigen Vortrag mit festem Tempo und gleichmäßigem Klang. Sie steht in Musik, in der ein ruhiges Fundament wichtig ist

Spielpraxis

Halte Tempo und Lautstärke gleichmäßig, auch wenn andere Stimmen sich verändern. Lass dich nicht von Dehnungen der Melodie mitziehen, sofern nichts anderes abgesprochen ist. Achte auf einen ruhigen, festen Ton. Und prüfe gelegentlich mit dem Metronom, ob du unbemerkt driftest.