Tenore
Italienisch für Tenor.
Was es bedeutet
Tenore ist die italienische Bezeichnung für den Tenor, die hohe Männerstimme. In Partituren, Besetzungslisten und Rollenverzeichnissen begegnet sie regelmäßig, oft mit Zusätzen, die das Fach genauer angeben — etwa tenore leggero für die leichte, bewegliche Stimme oder tenore drammatico für die schwere. Der Umfang reicht gewöhnlich vom kleinen c bis zum c'', wobei die Zuordnung wie bei allen Stimmgattungen nach Farbe und Tragfähigkeit erfolgt und nicht nach Extremtönen.
Musikalische Verwendung
Das Wort führt zugleich in die Geschichte der Mehrstimmigkeit zurück: Der Tenor war ursprünglich die Stimme, die den vorgegebenen Cantus firmus hielt — der Name kommt von „halten". Erst später wurde daraus die Bezeichnung einer Stimmlage. In der Oper ist der Tenor seit dem späten 18. Jahrhundert überwiegend die Stimme der Hauptfiguren; davor waren hohe Männerpartien anders besetzt. Im Kirchen- und Konzertrepertoire trägt er erzählende Partien und Arien, im Chor die zweite Stimme von oben, die häufig für den Zusammenhalt des Satzes entscheidend ist. Die vier Stimmen heißen boghe, mesu boghe, contra und bassu; contra und bassu verwenden eine kehlige Technik. Der Gesang ist vorwiegend weltlich.
Spielpraxis
Arbeite am Übergangsbereich, der beim Tenor meist um das f' und fis' liegt; er entscheidet darüber, ob die Höhe frei bleibt oder gepresst klingt. Baue die Höhe über Atemstütze und Weite auf, nicht über Kraft. Übe leise in hoher Lage, weil das die Kontrolle mehr schult als lautes Singen. Wähle Repertoire nach der Farbe und nicht nach den Spitzentönen, und geh schweres Fach erst an, wenn die Stimme dafür gereift ist. Beim Lesen alter Partituren achte auf die Schlüsselung, da Tenorstimmen dort im Tenorschlüssel oder oktavierenden Violinschlüssel stehen können.
Die Tenorpartie des Canto a tenore heißt boghe und trägt den Text. Prüfe die Schlüsselung vor dem Einstudieren. Der Canto a tenore wird vor allem in der Region Barbagia gepflegt.