Zum Inhalt springen
Stimme

Tenore

Italienisch für Tenor.

Was es bedeutet

Tenore ist die italienische Bezeichnung für den Tenor, die hohe Männerstimme. In Partituren, Besetzungslisten und Rollenverzeichnissen begegnet sie regelmäßig, oft mit Zusätzen, die das Fach genauer angeben — etwa tenore leggero für die leichte, bewegliche Stimme oder tenore drammatico für die schwere. Der Umfang reicht gewöhnlich vom kleinen c bis zum c'', wobei die Zuordnung wie bei allen Stimmgattungen nach Farbe und Tragfähigkeit erfolgt und nicht nach Extremtönen.

Musikalische Verwendung

Das Wort führt zugleich in die Geschichte der Mehrstimmigkeit zurück: Der Tenor war ursprünglich die Stimme, die den vorgegebenen Cantus firmus hielt — der Name kommt von „halten". Erst später wurde daraus die Bezeichnung einer Stimmlage. In der Oper ist der Tenor seit dem späten 18. Jahrhundert überwiegend die Stimme der Hauptfiguren; davor waren hohe Männerpartien anders besetzt. Im Kirchen- und Konzertrepertoire trägt er erzählende Partien und Arien, im Chor die zweite Stimme von oben, die häufig für den Zusammenhalt des Satzes entscheidend ist.

Der Name bezeichnet außerdem eine eigenständige, von der italienischen Solostimme unabhängige Gattung: den Canto a tenore, einen mehrstimmigen Männergesang aus der sardischen Region Barbagia, seit 2005 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Vier Sänger bilden dabei die Stimmen boghe (Solo, trägt den Text), mesu boghe (Begleitung des Solos), contra (eine Quinte über dem Bass) und bassu (auf der Tonhöhe des Solos); contra und bassu singen dabei mit kehliger Technik auf Nonsens-Silben.

Spielpraxis

Arbeite am Übergangsbereich, der beim Tenor meist um das f' und fis' liegt; er entscheidet darüber, ob die Höhe frei bleibt oder gepresst klingt. Baue die Höhe über Atemstütze und Weite auf, nicht über Kraft. Übe leise in hoher Lage, weil das die Kontrolle mehr schult als lautes Singen. Wähle Repertoire nach der Farbe und nicht nach den Spitzentönen, und geh schweres Fach erst an, wenn die Stimme dafür gereift ist. Beim Lesen alter Partituren achte auf die Schlüsselung, da Tenorstimmen dort im Tenorschlüssel oder oktavierenden Violinschlüssel stehen können.