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Instrument

Viola da gamba

Streichinstrument mit Bünden.

Was es bedeutet

Die Viola da gamba ist ein gestrichenes Saiteninstrument, das zwischen oder auf den Knien gehalten wird — daher der Name. Sie besitzt in der Regel sechs oder sieben Saiten, die überwiegend in Quarten mit einer großen Terz in der Mitte gestimmt sind, sowie Bünde aus umgebundenem Darm auf dem Griffbrett. Der Korpus hat abfallende Schultern und einen flachen Boden. Gebaut wird sie in einer Familie von Diskant bis Bass. Der Bogen wird im Untergriff geführt, mit der Handfläche nach oben.

Musikalische Verwendung

Vom 16. bis ins 18. Jahrhundert war die Gambenfamilie neben der Violinfamilie gleichberechtigt im Gebrauch, mit eigenem Repertoire und eigener Klangvorstellung: leiser, obertonreicher, durchsichtiger, besonders geeignet für polyphone Musik im Consort, also im Zusammenspiel mehrerer Größen. Die Bassgambe hat als Solo- und Continuoinstrument ein umfangreiches Repertoire. Im 18. Jahrhundert wurde sie von Violoncello und Violinfamilie verdrängt; der Übergang verlief über Jahrzehnte. Gegenüber dem Violoncello unterscheidet sie sich in Saitenzahl, Stimmung, Bünden, Bogenhaltung und Klangcharakter grundlegend, auch wenn die Haltung ähnlich aussieht.

Spielpraxis

Der Bogen wird im Untergriff gehalten; Lautstärke entsteht weniger aus Druck als aus dem Gewicht des Unterarms und aus der Drehung des Handgelenks. Die Bünde bestimmen die Intonation, müssen aber gelegentlich nachjustiert werden, weil Darm sich dehnt und verrutscht. Rechne mit häufigem Stimmen, da viele Darmsaiten empfindlich auf Temperatur reagieren. Im Consort ist die Abstimmung der Stimmtonhöhe vorab zu klären. Arbeite mit sparsamem Vibrato und gestalte stattdessen mit Artikulation und Bogenführung, wie es der Musik dieser Zeit entspricht.

Akkordspiel zur Grundtechnik gehört: Wegen des flacheren Stegs und der Quart-Terz-Stimmung liegen drei- und vierstimmige Griffe bequemer als auf Instrumenten der Violinfamilie. Nutze das, statt Akkorde zu brechen, wo es nicht nötig ist. Im Consort entscheidet die Gleichmäßigkeit der Artikulation über den Klang; verabredet Stricharten und Atemstellen. Achte auf die Stimmtonhöhe und auf gleiche Saitenart in der Gruppe. Kontrolliere die Bünde vor jeder Probe, da Darm sich mit der Feuchtigkeit verändert.