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Moderne

ADSR-Hüllkurve

Steuerkurve der Klangsynthese aus den vier Phasen Attack, Decay, Sustain und Release.

Was es bedeutet

Die ADSR-Hüllkurve ist eine Steuerkurve der elektronischen Klangsynthese, die festlegt, wie sich ein Parameter eines Klangs – meist die Lautstärke – über die Zeit verändert. Der Name setzt sich aus den vier Phasen zusammen, die die Kurve durchläuft: Attack (Anstieg), Decay (Abfall), Sustain (Halten) und Release (Ausklang).

In der Attack-Phase steigt der Wert vom Nullpunkt bis zu einem Höchstwert an, sobald eine Taste gedrückt wird. In der Decay-Phase fällt er von diesem Höchstwert auf einen mittleren Haltewert ab. Die Sustain-Phase ist kein Zeitwert, sondern ein Pegel: Solange die Taste gehalten wird, bleibt der Klang auf dieser Höhe. Erst beim Loslassen der Taste beginnt die Release-Phase, in der der Wert bis auf null abklingt.

Im Notenbild

Die ADSR-Hüllkurve ist keine Notationsform und erscheint nicht im klassischen Notenbild. Sie wird in Synthesizern und Musiksoftware grafisch als Kurvenverlauf oder über vier Regler dargestellt, mit denen Attack-, Decay- und Release-Zeit sowie der Sustain-Pegel eingestellt werden.

Musikalische Verwendung

Mit der ADSR-Hüllkurve lässt sich das Klangverhalten unterschiedlichster Instrumente nachbilden oder frei gestalten. Ein kurzer, schneller Attack mit knappem Decay und niedrigem Sustain erzeugt perkussive Klänge wie ein Klavier oder Schlagzeug, bei denen der Ton nach dem Anschlag rasch leiser wird. Ein langsamer Attack mit hohem Sustain dagegen erzeugt weich einschwingende Flächenklänge, wie sie bei Streichern oder Pads verwendet werden.

Häufig steuert die Hüllkurve nicht nur die Lautstärke, sondern auch andere Klangparameter wie die Filterfrequenz oder die Tonhöhe, wodurch sich zusätzliche klangliche Bewegung erzeugen lässt. In moderner Synthesizer-Software finden sich oft erweiterte Varianten mit zusätzlichen Phasen, das Grundprinzip der vier ADSR-Phasen bleibt aber die gebräuchlichste Grundlage der Klangformung.

Spielpraxis

Wenn du selbst Klänge programmierst, hilft es, dir die vier Phasen als Nachbildung eines echten Instruments vorzustellen: Wie schnell setzt der Ton ein, wie schnell verklingt er nach dem Anschlag, wie laut bleibt er beim Halten, und wie lange schwingt er nach dem Loslassen noch nach. Verändere die vier Regler einzeln und höre genau hin, welche Instrumentencharaktere dabei entstehen.