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Tempo

Allegro assai

„Sehr schnell“ — Allegro mit ausdrücklicher Steigerung.

Was es bedeutet

Assai heißt „sehr" und verstärkt das vorangehende Tempowort. Allegro assai verlangt also ein Tempo, das über dem gewöhnlichen Allegro liegt und sich dem Bereich von Presto nähert, ohne diesen Namen zu tragen. Eine feste Zahl gibt es nicht; die Angabe beschreibt ein Verhältnis.

Für das 18. Jahrhundert ist die Stärke der Steigerung allerdings unsicher: Johann Joachim Quantz bemerkt, ein Allegro assai sei in früheren Zeiten kaum schneller gespielt worden als zu seiner Zeit ein Allegretto. Heute wird assai durchweg verstärkend verstanden.

Zu unterscheiden ist Allegro assai von Allegro molto — beide steigern, und wie sie sich abstufen, ist von Komponist zu Komponist verschieden. Gegenteilig wirkt Allegro ma non troppo, das ausdrücklich bremst.

Im Notenbild

Die Angabe steht über dem ersten System eines Satzes oder Abschnitts, beide Wörter kursiv. Sie kann zum Satznamen werden. Metronomzahlen in Klammern stammen häufig vom Herausgeber und sind als Richtwert zu verstehen.

Musikalische Verwendung

Verwendet wird die Bezeichnung dort, wo ein Satz besonders drängend oder brillant sein soll: in Schlusssätzen, in Finalabschnitten von Opernszenen, in virtuosen Konzertsätzen. Weil Allegro schon für sich ein schnelles Tempo bezeichnet, ist der Zusatz ein deutliches Signal — der Komponist will keinen Zweifel daran lassen, dass das obere Ende der Spanne gemeint ist.

Spielpraxis

Miss das Tempo an den dichtesten Stellen und lege es erst danach fest; ein Anfang, der sich bequem anfühlt, sagt wenig über den Rest. Halte Anschlag, Bogen oder Zunge knapp, damit die Bewegung Platz hat. Zähle in großen Einheiten und denke in Phrasen statt in Takten, sonst wird der Vortrag kleinteilig. Achte im Ensemble besonders auf die gemeinsamen Einsätze nach Pausen — bei hohem Tempo entstehen dort die meisten Unschärfen.