Ballad Opera
Englisches Singspiel des 18. Jahrhunderts mit populären Liedmelodien, z. B. „The Beggar’s Opera“.
Was es bedeutet
Die Ballad Opera ist eine englische Gattung des musikalischen Theaters aus dem 18. Jahrhundert, die gesprochenen Dialog mit Gesangsnummern verbindet. Statt eigens komponierter Arien griffen die Autoren auf bereits bekannte Melodien zurück, Balladen, Volkslieder, Opernarien und Kirchenlieder, und unterlegten sie mit neuen, meist satirischen Texten.
Damit wandte sich die Gattung bewusst gegen die italienische Opera seria, die zu dieser Zeit in London mit aufwendig komponierter Musik und hochbezahlten Starsängern das Bild der Oper prägte.
Musikalische Verwendung
Begründet wurde die Gattung 1728 mit The Beggar's Opera des englischen Dichters John Gay, deren Melodien der aus Deutschland stammende Komponist Johann Christoph Pepusch zusammenstellte und arrangierte. Das Werk verspottete Politik und Gesellschaft der Zeit und wurde zu einem der größten Bühnenerfolge des 18. Jahrhunderts in London.
Abzugrenzen ist die Ballad Opera vom deutschen Singspiel, das ihr in der Verbindung von gesprochenem Text und Gesang ähnelt, aber überwiegend eigens komponierte Musik verwendet, sowie von der Opera seria, deren durchkomponierte, ernste Arien den Gegenpol zur populären, satirischen Ballad Opera bildeten.
Spielpraxis
Wenn du eine Ballad Opera hörst, achte darauf, ob dir eine der Melodien bekannt vorkommt: Der Reiz der Gattung lag gerade darin, dass das Publikum vertraute Lieder in neuem, oft überraschendem Textzusammenhang wiedererkannte.