Opera seria
Ernste italienische Oper des 18. Jahrhunderts.
Was es bedeutet
Opera seria (italienisch „ernste Oper“) bezeichnet die ernste italienische Oper des 18. Jahrhunderts. Ihre Stoffe stammen aus Mythologie und antiker Geschichte, die Handlung kreist um Herrscher, Liebe und Pflicht und endet meist mit einem glücklichen Ausgang. Die Handlung wird im trockenen Rezitativ vorangetrieben, in den Arien reflektieren die Figuren ihre Gefühle.
Musikalische Verwendung
Die Arien folgen meist der Da-capo-Form (A–B–A), in der der Wiederholungsteil vom Sänger verziert wurde. Pietro Metastasio schrieb viele der Libretti, die von zahlreichen Komponisten vertont wurden. Berühmte Sänger, darunter Kastraten, prägten die Gattung. Zu den Komponisten zählen Alessandro Scarlatti, Johann Adolf Hasse und Georg Friedrich Händel mit seinen Opern für London. Die Reform Christoph Willibald Glucks in „Orfeo ed Euridice“ (1762) schwächte die starre Form ab.
Abzugrenzen ist die Opera seria von der Opera buffa, die komische Alltagsstoffe zeigt, und von der Opera semiseria, die beide mischt.
Spielpraxis
Wenn du Opera seria singst, brauchst du Beweglichkeit für Koloraturen und Geschmack für die Verzierung des Da-capo-Teils. Achte auf klare Artikulation im Rezitativ, das die Handlung trägt.