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Form

Basse danse

Langsamer, höfischer Schreittanz des 15. und 16. Jahrhunderts.

Was es bedeutet

Die Basse danse war der bedeutendste höfische Gesellschaftstanz des 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts an den europäischen Fürstenhöfen, insbesondere in Frankreich und Burgund. Der Name („niedriger Tanz“) verweist auf die Schrittart: Statt Sprüngen und Hüpfschritten, wie sie spätere, lebhaftere Tänze prägten, bestand die Basse danse aus gleitenden, bodennahen Schreitschritten in gemessenem Tempo.

Musikalische Verwendung

Musikalisch beruhte die Basse danse häufig auf einem langsamen Tenor-Cantus-firmus in großen Notenwerten, über dem improvisierend weitere Stimmen ausgeführt wurden; erhaltene Quellen wie das burgundische Basse-danse-Manuskript belegen diese Praxis. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde die Basse danse zunehmend von schnelleren Tänzen wie der Pavane und dem Passamezzo verdrängt, blieb aber als Grundtyp des würdevollen Schreittanzes prägend.

Abzugrenzen ist die Basse danse von der eng verwandten Bergerette, die einen schnelleren, tänzerischeren Charakter im 6/8-Takt hatte und oft im direkten Anschluss an eine Basse danse getanzt wurde.

Spielpraxis

Höre auf das gemessene, gleichmäßige Grundtempo, wenn du Basse-danse-Musik interpretierst; das Charakteristische ist gerade der Verzicht auf Sprünge und rhythmische Zuspitzungen zugunsten einer ruhigen, würdevollen Fortbewegung.