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Verzierung

Bebung

Vibrato auf dem Clavichord durch wechselnden Tastendruck.

Was es bedeutet

Bebung ist eine besondere Vibrato-Technik, die nur auf dem Clavichord ausführbar ist. Beim Clavichord bleibt die Metallzunge (Tangente) während des ganzen Tons in Kontakt mit der Saite, sodass der Spieler durch feines, wiederholtes Nachdrücken der Taste die Saitenspannung und damit die Tonhöhe minimal schwanken lassen kann.

Diese direkte mechanische Verbindung zwischen Finger und Saite ist bei anderen Tasteninstrumenten wie Cembalo oder Klavier nicht gegeben, da dort der Ton nach dem Anschlag unabhängig vom weiteren Tastendruck klingt.

Im Notenbild

In historischen Clavichordwerken wird die Bebung meist durch eine Reihe kleiner Wiederholungspunkte oder Häkchen über einer gehaltenen Note angezeigt, verbunden mit einem Bindebogen, der signalisiert, dass es sich um einen einzigen, schwingenden Ton handelt und nicht um mehrere Anschläge.

Musikalische Verwendung

Komponisten des 18. Jahrhunderts, insbesondere aus dem Umfeld der empfindsamen Klaviermusik, nutzten die Bebung, um ausdrucksvollen, gesangsartigen Passagen eine besondere Innigkeit zu verleihen. Sie eignet sich vor allem für langsame, expressive Stellen mit gehaltenen Tönen.

Abzugrenzen ist die Bebung vom Vibrato der Streich- und Blasinstrumente, das durch Bewegung des Fingers auf der Saite oder Luftdruckschwankungen entsteht, sowie vom Tremolo, das aus rasch wiederholten Tonanschlägen besteht.

Spielpraxis

Wenn du Bebung auf dem Clavichord übst, drücke die gehaltene Taste in feinen, gleichmäßigen Impulsen nach, ohne die Tangente von der Saite zu lösen. Übertreibe die Bewegung nicht: Der Effekt soll ein zartes Schweben, kein deutliches Auf und Ab der Tonhöhe erzeugen.