Blue Note
Leicht erniedrigte Terz, Quinte oder Septime, typisch für Blues und Jazz.
Was es bedeutet
Als Blue Note bezeichnet man einen Ton, meist die Terz, Quinte oder Septime einer Durtonleiter, der gegenüber der temperierten Stimmung leicht erniedrigt oder unbestimmt zwischen zwei Halbtönen intoniert wird. Dieser eigentümlich „schwebende“ Ton erzeugt den charakteristischen, klagend-expressiven Klang, der mit Blues und Jazz verbunden wird.
Blue Notes lassen sich auf westlichen Tasteninstrumenten mit fester Stimmung nur annähernd wiedergeben, weshalb sie dort oft durch Verzierungen wie kleine Vorschläge oder Glissandi angedeutet werden.
Musikalische Verwendung
Blue Notes gehen auf afroamerikanische Musiktraditionen zurück, in denen Tonhöhen freier und flexibler behandelt wurden, als es die europäische Dur-Moll-Tonalität vorsieht. Sie sind ein zentrales Ausdrucksmittel des Blues und wurden von dort in Jazz, Rhythm and Blues sowie zahlreiche Spielarten der Popularmusik übernommen.
Abzugrenzen ist die Blue Note von einer regulären chromatischen Alteration im Sinne der klassischen Harmonielehre, da sie nicht auf eine feste Tonhöhe fixiert ist, sondern gerade durch ihre Unschärfe zwischen den Halbtönen wirkt.
Spielpraxis
Wenn du Blue Notes auf einem Instrument mit fester Stimmung spielst, kannst du die charakteristische Wirkung durch ein leichtes Ziehen des Tons (Bending), eine kurze Verzierung oder eine bewusst unscharfe Intonation nachbilden. Auf der Singstimme oder auf Instrumenten mit stufenloser Tonhöhe, wie der Gitarre oder der Geige, lässt sich die Blue Note direkt und flexibel gestalten.