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Instrument

Charango

Kleine zehnsaitige Laute der Anden, traditionell mit Korpus aus Gürteltierpanzer oder Holz.

Was es bedeutet

Der Charango ist ein kleines Zupfinstrument aus der Lautenfamilie, das im Andenraum, vor allem in Bolivien und Peru, beheimatet ist. Er besitzt zehn Saiten, angeordnet in fünf Doppelchören, die meist mit Nylon-, gelegentlich auch mit Metallsaiten bespannt sind. Der ungewöhnlich kleine Korpus wurde traditionell aus dem getrockneten Panzer eines Gürteltiers gefertigt, heute überwiegend aus Holz.

Der Charango entstand vermutlich in nachkolonialer Zeit unter der Quechua- und Aymara-Bevölkerung des bolivianischen Hochlands, nachdem spanische Siedler europäische Saiteninstrumente wie Gitarre und Vihuela in die Region gebracht hatten. Als Ursprungsort gilt häufig die bolivianische Bergbaustadt Potosí im 16. Jahrhundert, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft aufeinandertrafen.

Musikalische Verwendung

Der Charango ist ein zentrales Instrument der traditionellen Andenmusik und wird sowohl solistisch als auch in Ensembles mit Instrumenten wie der Quena-Flöte oder der Bombo-Trommel gespielt. Seine hohe Stimmlage und der helle, perlende Klang machen ihn zu einem markanten Melodie- und Begleitinstrument in Musik aus Bolivien, Peru und angrenzenden Regionen.

Abzugrenzen ist der Charango von der Gitarre, mit der er die Grundbauweise als Zupfinstrument mit Bünden teilt: Der Charango ist deutlich kleiner, höher gestimmt und durch die Doppelsaiten klanglich dichter, während die Gitarre einen größeren Korpus und Einzelsaiten besitzt.

Spielpraxis

Übe die typischen schnellen Schlagmuster (Rasgueo) des Charango zunächst langsam, um die gleichmäßige Anschlagbewegung über die Doppelsaiten zu kontrollieren. Achte wegen der kurzen Mensur besonders auf präzise Griffwechsel in den oberen Lagen, wo die Bünde eng beieinanderliegen.