Charleston
Amerikanischer Modetanz der 1920er-Jahre in schnellem geradem Takt.
Was es bedeutet
Der Charleston ist ein schneller, in geradem Takt notierter Gesellschaftstanz, der in den 1920er-Jahren in den USA zu einem der bekanntesten Modetänze der Jazz-Ära wurde. Benannt ist er nach der Stadt Charleston in South Carolina, wo seine Wurzeln in afroamerikanischen Tanztraditionen vermutet werden. Charakteristisch sind schnelle, gegenläufige Bein- und Armbewegungen sowie ein energiegeladenes, synkopiertes Bewegungsgefühl.
Musikalisch wird der Tanz von einer eigenen rhythmischen Figur begleitet, die selbst als „Charleston-Rhythmus“ bezeichnet wird: eine synkopierte Betonung, die typischerweise auf der ersten und der aufgetakteten letzten Achtel des zweiten Schlags liegt.
Musikalische Verwendung
Der Charleston-Rhythmus wurde über den Tanz hinaus zu einem festen Bestandteil des Jazz- und Swing-Vokabulars, besonders im Zusammenspiel von Bläsersätzen und Rhythmusgruppe. Er findet sich in Big-Band-Arrangements der Swing-Ära ebenso wie in späteren Jazzstilen, wo die charakteristische Synkope als rhythmisches Zitat oder stilistisches Mittel eingesetzt wird.
Abzugrenzen ist der Charleston vom Ragtime, aus dessen synkopierter Rhythmik er sich mitentwickelte: Der Ragtime ist in erster Linie eine Kompositionsweise für Klavier, der Charleston dagegen ein Tanz mit eigener Bewegungssprache, der Ragtime- und frühe Jazzelemente aufnimmt. Vom Foxtrott unterscheidet er sich durch sein deutlich schnelleres Tempo und die stärker synkopierte, energischere Bewegung.
Spielpraxis
Betone beim Spielen des Charleston-Rhythmus die Synkope bewusst, ohne sie zu verschleifen, damit der markante „Vor-Zurück“-Charakter hörbar bleibt. Halte das Tempo durchgehend zügig und leicht, da die Wirkung des Tanzes und seines Rhythmus von Energie und Vorwärtsdrang lebt.