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Instrument

Chitarrone

Großlaute mit verlängertem Hals für freie Basssaiten; Generalbassinstrument.

Was es bedeutet

Der Chitarrone ist eine besonders große und tiefe Basslaute, die im späten 16. Jahrhundert in Italien entstand. Kennzeichnend ist der stark verlängerte, zweite Wirbelkasten tragende Hals, über den zusätzliche, unbegriffene Basssaiten (Bordunsaiten) laufen. Diese frei schwingenden Saiten erweitern den Tonumfang nach unten und ermöglichen einen vollen, tragfähigen Bassklang.

Der Name leitet sich vom italienischen Wort für Gitarre ab, obwohl das Instrument bautechnisch der Laute näher steht als der Gitarre.

Musikalische Verwendung

Der Chitarrone gehörte zu den wichtigsten Instrumenten der Generalbasspraxis um 1600, vor allem in der frühen Oper und im begleiteten Sologesang, wie er bei Komponisten der römischen und florentinischen Schule gepflegt wurde. Seine Fähigkeit, tiefe, tragende Bässe mit leichten, durchhörbaren Akkorden zu verbinden, machte ihn zum idealen Begleitinstrument für den neuen, textbetonten Sologesang jener Zeit.

Eng verwandt und oft mit ihm verwechselt ist die Erzlaute (Theorbe): Beide Instrumente teilen das Prinzip der zusätzlichen Basssaiten auf verlängertem Hals, unterscheiden sich aber in Herkunft, Stimmung und Bauform im Detail. In heutiger Aufführungspraxis werden die Bezeichnungen teils synonym verwendet.

Spielpraxis

Wenn du historische Aufführungspraxis hörst, achte auf das Zusammenspiel von gezupften Akkorden im oberen Register und den frei mitschwingenden, tiefen Bordunsaiten – dieser Kontrast trägt den charakteristischen Klang des Chitarrone.