Chute
Barocke Verzierung: ein von oben gleitender Vorschlag zur Hauptnote, ähnlich dem langen Vorschlag.
Was es bedeutet
Die Chute (französisch für „Fall“) ist eine um 1700 gebräuchliche Verzierung, bei der die Hauptnote von einem höher liegenden Ton her angesteuert wird, ähnlich einem kurzen, fallenden Vorschlag. Im Wesentlichen entspricht sie dem, was später als langer Vorschlag von oben bezeichnet wurde: Der Vorschlagston nimmt einen Teil des Wertes der Hauptnote ein und wird auf den Schlag gespielt, bevor er zur eigentlichen Note auflöst.
Im Notenbild
In zeitgenössischen Quellen wurde die Chute meist durch eine kleine Note oder ein eigenes Zeichen über oder vor der Hauptnote angezeigt; die genaue grafische Umsetzung ist von Komponist zu Komponist und Quelle zu Quelle unterschiedlich, weshalb Verzierungstabellen der jeweiligen Werke oder Schulen zurate gezogen werden müssen.
Musikalische Verwendung
Die Chute gehört zum reichen Verzierungsvokabular der französischen Klavier- und Vokalmusik des Barock, wie es etwa in Verzierungstabellen von Clavecinisten dokumentiert ist. Abzugrenzen ist sie vom Nachschlag, der nach der Hauptnote erklingt, und vom Doppelschlag, der aus mehreren Tönen um die Hauptnote herum besteht.
Spielpraxis
Spielst du eine Chute, nimm dir für den fallenden Vorschlagston bewusst Zeit auf dem Schlag und löse ihn erst dann zur Hauptnote auf – ein zu schnelles Abgleiten nimmt der Verzierung ihre charakteristische, fallende Geste.