Coperto
\"Bedeckt\"; Trommel mit Tuch gedämpft.
Was es bedeutet
Coperto heißt „bedeckt" und ist eine Spielanweisung für Schlaginstrumente, vor allem für Pauken und Trommeln. Verlangt wird, das Fell zu dämpfen, indem ein Tuch darübergelegt wird. Der Klang verliert dadurch an Nachhall und an hohen Anteilen; er wird kürzer, dumpfer und tritt in den Hintergrund.
Zu unterscheiden ist coperto vom bloßen Leiserspielen. Eine gedämpfte Trommel klingt auch bei kräftigem Schlag anders als eine offene — es geht um die Klangfarbe, nicht allein um die Lautstärke. Ebenso zu trennen ist das Abdämpfen mit der Hand nach dem Schlag, das den Ton beendet, während das Tuch den Klang von vornherein verändert.
Die Aufhebung der Anweisung wird durch scoperto oder eine gleichwertige Angabe verlangt.
Im Notenbild
Die Anweisung steht als Wort über dem System der betreffenden Stimme und gilt, bis sie widerrufen wird. In Partituren erscheint sie in der Schlagzeuggruppe, häufig zusammen mit weiteren Angaben zum Schlägel. Da die Vorbereitung Zeit braucht, setzen Komponisten sie in der Regel einige Takte vor dem Einsatz.
Musikalische Verwendung
Die gedämpfte Trommel ist vor allem in Trauermusik gebräuchlich: Der verhaltene, dumpfe Klang ist dort ein festes Ausdrucksmittel. Ebenso dient die Dämpfung dazu, Schlaginstrumente in leise besetzte Abschnitte einzufügen, ohne dass sie den Klang überdecken. Auch in Bühnenmusik wird sie eingesetzt, wenn ein Klang aus der Ferne kommen soll.
Bei Pauken legt man ein Tuch auf das Fell, um Nachklang und Resonanz zu dämpfen. ## Spielpraxis
Bereite das Tuch rechtzeitig vor und lege es so auf, dass es das Fell gleichmäßig berührt, ohne zu verrutschen. Prüfe den Klang vor dem Einsatz, denn Dicke und Lage des Tuchs verändern ihn erheblich. Passe den Schlag an: Ein gedämpftes Fell spricht weniger an und braucht oft einen bestimmteren Anschlag. Und plane den Wechsel zurück zum offenen Klang ein, denn das Abnehmen des Tuchs ist hörbar, wenn es zu spät geschieht.