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Instrument

Crotales

Antike Zimbeln mit definierter Tonhöhe.

Was es bedeutet

Crotales sind kleine, dicke Scheiben aus Bronze oder Messing mit genau festgelegter Tonhöhe. Anders als gewöhnliche Becken, die ein Rauschen ohne bestimmbaren Ton erzeugen, klingen sie als klare, sehr hohe Einzeltöne mit langem Nachhall. Gebräuchlich sind chromatische Sätze über ein bis zwei Oktaven, auf einem Gestell montiert und mit Schlägeln angeschlagen; einzelne Paare können auch gegeneinander geschlagen werden, ähnlich den antiken Vorbildern, von denen sich der Name herleitet.

Im Notenbild

Notiert werden Crotales im Violinschlüssel, meist zwei Oktaven tiefer, als sie klingen; die Partitur vermerkt dies in der Regel ausdrücklich. Angaben zum Schlägel — Metall, Holz oder weich — gehören dazu, weil sie den Klang stark verändern. Ein Haltebogen oder die Angabe laissez vibrer zeigt an, dass der Ton ausklingen soll.

Musikalische Verwendung

Der Klang ist hell, glasartig und durchdringend, trägt aber wenig Volumen; er legt sich als Glanzschicht über andere Instrumente, statt sie zu übertönen. Komponisten der Orchestermusik seit dem späten 19. Jahrhundert setzen Crotales für punktuelle Lichtpunkte ein, oft in Verbindung mit Harfe, Celesta oder hohen Streicherflageoletts. In der Musik nach 1950 werden sie auch mit dem Bogen gestrichen, was einen stehenden, sinustonartigen Klang ergibt. Von Glockenspiel und Zimbel unterscheiden sie sich durch Material, Dicke und die außergewöhnlich lange Nachklangzeit.

Spielpraxis

Schlage nahe am Rand an, nicht in der Mitte, sonst klingt der Ton stumpf. Die Wahl des Schlägels entscheidet über Härte und Anteil des Anschlaggeräuschs; Metallschlägel ergeben den brillantesten, aber auch schärfsten Klang. Plane das Dämpfen aktiv, weil der Nachhall lang ist und sich Töne sonst überlagern — dämpfe mit der freien Hand oder mit einem Filzstreifen. Für gestrichene Töne verwendest du einen Kontrabassbogen am Rand der Scheibe und arbeitest mit ruhiger, gleichmäßiger Bewegung. Lagere die Scheiben so, dass sie einander nicht berühren, damit sie nicht klirren.

die klingende Oktavlage im Zusammenspiel leicht Verwirrung stiftet: Was in der Partitur wie eine Verdopplung der Flöte aussieht, liegt tatsächlich zwei Oktaven höher. Prüfe das vor der Probe und kläre Unstimmigkeiten mit der Leitung. Für gestrichene Töne brauchst du Platz und eine stabile Halterung, da der Bogen senkrecht geführt wird. Halte die Scheiben sauber, weil Fingerfett die Ansprache beim Streichen verhindert. Plane Umbauten zwischen Schlägeln und Bogen zeitlich ein.