Doppelhorn
F- und B-Horn in einem Instrument.
Was es bedeutet
Das Doppelhorn vereint zwei Instrumente in einem: Ein Daumenventil schaltet zwischen einem Rohrwerk in F und einem kürzeren in B um. Beide teilen sich Mundstück, Schallbecher und die drei Hauptventile, besitzen aber eigene Ventilzüge und damit eigene Stimmung. Notiert wird einheitlich für Horn in F, klingend eine reine Quinte tiefer als geschrieben; welche Seite der Spieler benutzt, ist eine rein spieltechnische Entscheidung und ändert an der Notation nichts.
Musikalische Verwendung
Der Grund für diese Bauweise liegt in den Naturtönen. Auf der langen F-Seite liegen die Töne in der Höhe sehr dicht beieinander, was den Klang weich macht, das Treffen aber erschwert. Die kürzere B-Seite hat weiter auseinanderliegende Naturtöne und ist in der Höhe deutlich sicherer, klingt jedoch etwas schlanker und direkter. Seit dem frühen 20. Jahrhundert ist das Doppelhorn deshalb das Standardinstrument im Orchester: Es verbindet die Klangfarbe des F-Horns in der Tiefe mit der Treffsicherheit des B-Horns in der Höhe. Für das Repertoire bedeutet das, dass auch anspruchsvolle hohe Stimmen verlässlich ausführbar sind. Daneben gibt es Tripelhörner mit zusätzlicher hoher Seite.
Spielpraxis
Lege für heikle Stellen bewusst fest, auf welcher Seite du spielst, und schreibe es in die Stimme; ungeplantes Umschalten mitten in einer Phrase erzeugt hörbare Farbsprünge. Der Übergangsbereich liegt je nach Spieler und Instrument etwa um das notierte g', und genau dort lohnt das Experimentieren. Stimme beide Seiten getrennt und kontrolliere die Ventilzüge regelmäßig, weil eine einzelne verstimmte Seite schwer zu hören ist. Übe Bindungen über die Umschaltstelle hinweg, bis der Wechsel klanglich unauffällig bleibt. Halte den Daumenhebel leichtgängig und entleere das Kondenswasser aus beiden Rohrwerken.
beide Seiten unterschiedlich viel Luft verlangen: Die F-Seite spricht träger an und braucht mehr Ruhe, die B-Seite reagiert schneller. Wer ständig wechselt, ohne das zu bedenken, erzeugt ungleiche Lautstärken. Übe gleiche Passagen auf beiden Seiten und vergleiche Klang und Sicherheit. Für leise Einsätze in der Höhe ist die B-Seite meist zuverlässiger, für weiche Melodien in der Mittellage die F-Seite. Halte den Daumenhebel gepflegt, weil ein hakender Wechsel mitten in einer Phrase alles verdirbt.